Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 515 (sequence 525)
- Language
- German, English, Hebrew
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wiederspiegeln. Solange wir auf Grund des Schekels wählen, soll jede Gruppe für sich arbeiten und die Reinheit der Wahlen sollen die Herren von der Linken bei sich kontrollieren und nicht Hyperkontrolleure bei den Bürgerlichen und bei den Misrachi sein. Sie sollen das ganze Jahr hindurch beweisen, daß sie wirklich über die Mehrheit verfügen, dann werden sie auch das Recht haben, auf dem Kongresse die Mehrheit zu bilden. Ich stelle den Antrag, über das Minoritätsvotum zur Tagesordnung überzugehen. Delegierter Dr. A. Barth (Misrachi, deutsch): Ich werde zur Frage bezüglich der einheitlichen Wahl nichts mehr sagen, weil sie mir geklärt zu sein scheint. Auch wir halten eine einheitliche Wahl nicht für möglich, weil wir es für das richtigere Prinzip halten, daß jeder in der Zeit, wo die Schekolim verkauft werden, für seine Idee Propaganda macht, und trachtet, daß eine große Zahl von Menschen sich auf dieses Wahlprogramm einigt, während man bei einem Wahlkampfe den Erfolg reinen Zufälligkeiten ausliefert. Ich habe einen anderen Minoritätsantrag aus der Kommission zu vertreten und auf diesen möchte ich Ihre Aufmerksamkeit lenken, weil er von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Bei dem gegenwärtigen Wahlstatut, wie es für diesen Kongreß maßgebend war und wie es nach den neuen Vorschlägen sich gestalten wird, ist eine große Ungerechtigkeit zu Ungunsten der Sonderverbände vorhanden, weil die Sonderverbände nach dem Schlüssel wählen sollen, daß ihre Mandate lediglich auf diejenige Zahl von Schekolim entfallen, die sich ergibt, wenn man das Ergebnis durch sämtliche Länder durchzählt, während die „Nichtfraktionierten" in den kleinen Ländern bereits auf je 1000 Schekolim einen Delegierten bekommen und auf die weiteren Tausend, die über die Zahl eines Delegierten hinausgehen, einen weiteren Delegierten. Da die einzelnen Landesverbände in jedem Lande gesondert ihre Schekolim zählen, erhalten sie auf diese Weise eine ganze Anzahl Delegierter mehr als die Sonderverbände, die gezwungen sind, sowohl die ersten Tausend nur einmal zu zählen, als auch den Ueberschuß nur einmal zu zählen. Wir stellen den Antrag, im Statut folgenden Satz einzufügen: „Die Sonderverbände wählen in jedem Lande nach dem gleichen Schlüssel wie die Landesverbände in dem betreffenden Lande". Es hat sich auf diesem Kongresse schon gezeigt, daß die nichtfraktionierten Zionisten in sehr wesentlichen Punkten eine in sich geschlossene Organisation darstellen. Ich erinnere an das Vertrauensvotum, wo die allgemeinen Zionisten sich auf eine Fassung geeinigt und so dokumentiert haben, daß sie tatsächlich eine in sich geschlossene Körperschaft darstellen. Es stehen sich auf diesem Kongresse gegenüber die Fraktion der Rechten, jene der Linken und, wenn ich so sagen darf, die Fraktion der Nichtfraktionierten. Wenn man den Letzteren den Vorteil bietet, daß sie den Ueberschuß von je tausend in jedem Lande zu einem neuen Delegierten benützen können, so gibt das Bild des Kongresses nicht das wirkliche Bild wieder. Vizepräsident Motzkin: Das ist ein ganz neuer Antrag. Delegierter S. Goldenberg (Rußland, jüdisch): Ich weiß nicht, wer herausgefunden hat, daß der vorgeschlagene Modus (Antrag Grawitzky) demokratisch ist. Ich weiß nicht, in welchem Sinne es demokratisch oder undemokratisch ist, wenn eine Partei, wie die der allgemeinen Zionisten, welche in Wahrheit keine Partei ist, hinausgeht und ihre Schekolim unter einer bestimmten Losung verkauft; wenn sie dann die Schekelzahler zusammenruft und verlangt, daß sie laut den Vorschlägen stimmen, die ihnen gemacht wurden, als sie die Schekolim kauften. Ich 33* 515