Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 497 (sequence 507)
- Language
- German, English, Hebrew
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jeder, der für Palästina arbeitet, muß wissen, zu welchem Ziele er das tut. Da nun dieses Ziel nichts anderes sein kann, als die nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina und da heute weite Kreise des westlichen Judentums sich dagegen sträuben, kommen wir aus der Kampfstellung nicht heraus. Deshalb brauchen wir unsere Organisation, um weiterhin den nationalen Gedanken im Judentum durchzusetzen. Darüber sollten wir uns einfür allemal auf diesem Kongresse klar werden. Zugleich ist diese Organisation das Instrument, das in der uns aufgenötigten Kampfstellung innerhalb des Judentums die Mittel und Kräfte für Palästina heranziehen kann. Wiederum begehen diejenigen, welche wir notgedrungen in diesen letzten Jahren bekämpfen mußten, einen schwerwiegenden Irrtum, wenn Sie glauben, es genüge die Einladung an die jüdische Welt, um sie zur praktischen Mitarbeit für Palästina heranzuziehen. Es ist schon oft gesagt worden, daß das Judentum der Welt seine Mittel und Kräfte für Palästina nicht hergeben wird, wenn nicht aus nationalem Wollen. Darum ist die Voraussetzung der Aufbringung der Mittel und Menschen für Palästina immer wieder die Erweckung dieses nationalen Gedankens. Ich bin am Schlüsse meiner Ausführungen, ich will Raum geben für den Redner des Organisationsausschusses, der Ihnen die konkreten Vorschläge dieses Ausschusses vortragen wird. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Motzkin: Ehe ich dem Herrn Referenten das Wort erteile, möchte ich ihn bitten, uns die Motivierung der neuen Vorschläge so knapp wie möglich zu geben, namentlich dort, wo in der Organisationskommission selbst kein Widerspruch gewesen ist. Es wird ja nach der Arbeit, die in der Kommission geleistet wurde, wohl auch dem Herrn Referenten daran liegen, daß die Sache erledigt wird. Die Kommission hat außerordentlich fleißig gearbeitet, drei bis vier Tage hintereinander. Um so mehr liegt Ihnen an der Sache. Ich bitte Sie daher, sich so kurz wie möglich zu fassen. Jedem der Herren Delegierten wurde ein Exemplar des Statuts übermittelt, das den ursprünglichen Entwurf der Exekutive an den Kongreß darstellt.*) Die Aenderungen, welche der Herr Referent auf Grund der Beschlüsse des Ausschusses vortragen wird, konnten leider wegen der Kürze der Zeit nicht mehr gedruckt werden. Berichterstatter Dr. Emil Margulies (deutsch): Hoher Kongreß! Die Exekutive hat uns einen Entwurf vorgelegt, welcher die Form zu den Gedanken enthält, die Herr Lichtheim vorhin dargelegt hat. Die Organisationskommission hat an diesem Entwürfe einzelne Aenderungen vorgenommen, teils stilistischer Natur, teils materieller Natur. Ich glaube aber sagen zu können, daß wir uns im allgemeinen den Grundgedanken des Referates, das Sie soeben gehört haben, angeschlossen haben, so daß zur allgemeinen Begründung weiter nichts mehr zu sagen ist. Ich gehe daher sofort in die Spezialdebatte ein. Sie finden in dem in Ihren Händen befindlichen gedruckten Entwürfe den Vorschlag, dieses Statut „Verfassung der Zionistischen Organisation*' zu nennen. Die Kom- *) Siehe Anhang Nr. IL, Seite 777 ff. 32 497