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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 491

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 491 (sequence 501)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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parteipolitisch führen und ihre leitenden Gedanken innerhalb und außerhalb des Judentums durchsetzen wollen. Deshalb nützen uns die bloßen Fachminister nichts. Auf der anderen Seite nützen uns auch nicht die „Nur-Propagandisten", die „Nur-Vertreter" des Gedankens und wir müssen, so schwer diese Aufgabe ist, eine Verbindung beider Elemente in unseren leitenden Körperschaften herzustellen suchen. Man hat gesagt, und dies ist gerade auch bei der Kontroverse über Amerika gesagt worden, daß ein solcher Kongreß, wie dieser nicht imstande sei, die richtige zionistische Leitung zu wählen. Ich bin noch immer der Meinung, daß diese von den Zionisten der ganzen Welt gewählte Versammlung von 400 bis 500 Repräsentanten von allen Körperschaften noch am ehesten imstande ist, die für uns passende Leitung zu wählen, weit eher als ein Notablenkomitee, als eine kleine Gruppe von Notabein, die hinter den Kulissen sich über einen Personenkreis einigen. Ich sehe einen Beweis der demokratischen Gesinnung unserer Organisation darin, daß wir in voller Oeffentlichkeit auf diesem Kongresse unsere Leitung wählen werden, so gut oder so schlecht wir können, aber jedenfalls nicht nach dem System, wie es unter dem Druck der Ereignisse in den letzten Jahren in London gewaltet hat, daß nämlich durch die zufälligen Einflüsse zufällig anwesender Herren eine Leitung zustande kam. Wir müssen den Weg zur Legalität wieder zurückfinden, und dieser Kongreß soll den Anfang der Erneuerung der Legalität bedeuten. Darum bin ich auch der Meinung — und ich glaube, es ist die überwiegende Meinung —, daß die Leitung von dem Kongreß selbst gewählt werden muß und nicht irgend eine Zwischeninstanz eingeschoben wird. Ich glaube nicht, daß ein engerer Ausschuß eine bessere Wahl wird treffen können als dieser Kongreß selbst, der ja in der Form von Ausschüssen dauernd berät und die endgiltige Entscheidung nach allem Hin und Her zu treffen haben wird. Eine der wichtigsten und umstrittensten Fragen ist diejenige, wo der S i t z d e r L e i t u n g in Zukunft sein soll. Es gibt eine gewisse populäre Meinung, die da sagt, man solle die Leitung so schnell wie möglich nach Palästina übertragen. Diese Meinung ist besonders in Amerika und besonders seinerzeit von der Brandeisgruppe vertreten worden, aber auch jetzt wird sie in weiten Kreisen geteilt. Ich verkenne nun keineswegs die Gründe, die zu einer solchen Meinung führen können. Ich verkenne nicht, daß es, rein gedanklich betrachtet, einen gewissen Idealzustand vorstellen würde, wenn wir unsere Leitung nach Palästina überführen könnten. Ich möchte Ihnen aber doch sagen, daß im heutigen Stadium die Ueberführung der gesamten Leitung nach Palästina ein schwerwiegender Irrtum wäre. Die Verfechter dieses Vorschlages gehen gewöhnlich von der Meinung aus, daß die Hauptarbeit der Exekutive kolonisatorischer Art sei und daß deshalb die Leitung in Palästina konzentriert sein solle. Für London wird dann gewöhnlich die Belassung des politischen und 491

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