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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 492

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 492 (sequence 502)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4792-3480936
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des Finanzressorts vorgeschlagen. Nun, schon diese Art der Einteilung zeigt, daß die Ueberführung der Leitung nach Palästina nicht so einfach ist. Denn wenn man das politische und das Finanzressort in London lassen muß, dann muß man im heutigen Stadium der Dinge so wichtige Ressorts dort lassen, daß von einer wirklichen Uebersiedlung der Leitung nach Palästina praktisch keine Rede mehr ist. Und wenn Sie an die Personen denken, die mit dieser Art Arbeit verknüpft sind, so wird Ihnen dies völlig deutlich werden. Von dem Standpunkte derjenigen, die die Meinung der Brandeisgruppe teilen und erklären, die Leitung habe nur noch kolonisatorische Aufgaben, mit der Politik sei es vorbei, wir brauchten auch die Weltorganisation nicht, wir brauchten nur rein praktische Arbeit — von diesem Standpunkt läßt es sich allenfalls rechtfertigen, daß man die Leitung nach Palästina übertragen will. Diese Auffassung wird aber heute nur von einer kleinen Minorität im Zionismus geteilt. Wir alle sind uns im wesentlichen klar darüber, daß die politische Arbeit noch lange nicht zu Ende ist, daß wir im Anfang der politischen Arbeit stehen und daß die propagandistisch-organisatorische Arbeit nicht zum Abschluß gekommen ist, sondern daß noch eine gewaltige Kampagne geführt werden muß, um das Judentum der ganzen Welt und seine Kräfte dem Zionismus anzuschließen. Weil es so liegt, weil die tatsächlichen Kräfte des Judentums sich heute noch außerhalb Palästinas befinden, und weil die Zionistische Organisation die Aufgabe hat, diese Kräfte der gesamten Judenheit zu organisieren, damit sie imstande sind, den Aufbau Palästinas zu leisten, weil endlich das politische Schwergewicht sich noch außerhalb Palästinas befindet — aus allen diesen Gründen wäre es ein verhängnisvoller Irrtum, die Leitung als solche, sozusagen den Begriff der Leitung, nach Palästina zu übertragen. Einer der Redner in der Debatte hat gesagt, es wäre ein Glück gewesen, wenn W e i z m a n n seinerzeit, als die Katastrophe in Palästina eintrat, als die Ereignisse in Jaffa eintraten, dort gewesen wäre. Vielleicht wäre es sehr gut gewesen, wenn er sich momentan dort befunden hätte, um mit Samuel zu sprechen und einzugreifen. Wenn er aber seinen ständigen Wohnsitz dort gehabt hätte und der Begriff der Leitung schon mit diesen kleinen, noch schwachen Jischuw verknüpft gewesen wäre, der diesen Angriffen ausgesetzt war, so wäre das kein Vorteil für die Sache gewesen. Das wird sofort klar, wenn man bedenkt, wo der politische Hebel angesetzt werden mußte: nicht in Palästina, sondern wo anders. Daraus ersehen Sie, wie verfehlt es wäre, den Begriff der Leitung schon heute mit Palästina zu verknüpfen. Selbstverständlich brauchen wir eine palästinensische Exekutive, d. h. wir müssen in Palästina einen Apparat schaffen, der viel besser und feiner ausgebaut ist als der, der heute zur Verfügung steht, und der in rein kolonisatorischen Fragen eine viel größere Selbständigkeit besitzt, als es bisher der Fall war. Wir sollen mit allen Fiktionen 492

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