Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 489 (sequence 499)
- Language
- German, English, Hebrew
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sationszentrum ausgegeben wird. Die Folge ist, daß die Exekutive genötigt ist, an etwa vierzig Landesverbände Schekelblocks zu übermitteln, und die einzelnen Sonderverbände sind wiederum genötigt, von ihrer Zentrale aus an dieselben vierzig Länder Schekelblocks auszugeben, weil sie überall ihre Anhänger haben. Der Schekel ist doch das allgemein zionistische Zeichen der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation. Es wäre praktischer, wenn es nur einen Schekel gäbe, der von der Zentrale ausgegeben wird. Das würde nicht hindern, daß innerhalb der einzelnen Landesverbände die einzelnen Gruppen auf Grund des Proportionalwahlrechtes zum Kongreß wählen, ihre Delegationen dahin entsenden und sich daselbst parteimäßig genau so zusammenschließen wie heute. Ich möchte Ihnen damit klar gemacht haben, daß man trennen muß administrative und allgemein-zionistische Aufgaben, an denen die Zionisten aller Parteirichtungen innerhalb eines Landes interessiert sind, von andern Aufgaben innerparteipolitischer Natur, die ebenfalls ihre Berechtigung und Bedeutung haben. Ich will bei diesem Gegenstande nicht länger verweilen, weil ich den Eindruck habe, daß wir auf diesem Kongresse nicht mehr die Zeit haben werden, diese organisatorischen Grundprinzipien so gründlich zu diskutieren, daß wir zu einer vollkommen befriedigenden Lösung kommen. Ich möchte jedenfalls auf diese Sache hingewiesen haben. Geehrter Kongreß! Ich will die anderen Fragen des Statuts in meinem Referat nicht weiter berühren, weil der Organisationsausschuß Ihnen darüber berichten wird, aber über eine, die wichtigste organisatorische Frage, die auch im Statut verankert sein muß, muß ich hier im Plenum sprechen, das ist die Frage der Neuordnung der Leitung. Wir befinden uns in der Frage der Neuordnung der Leitung, von allen persönlichen Schwierigkeiten abgesehen, deshalb in einer so besonders diffizilen Situation, weil sich tatsächlich die Verhältnisse innerhalb unserer Organisation gegenüber dem früheren Zustande ganz wesentlich verschoben haben. Es ist wahr — man soll es nicht agitatorisch ausschlachten und es soll nicht einer sogenannten „amerikanischen" Richtung zum Vorwande dienen —, aber es ist bis zu einem gewissen Grade wahr, daß die praktischen, finanziellen und kolonisatorischen Aufgaben heute in unserer Organisation stärker in den Vordergrund treten müssen, als es früher der Fall war. Wir waren in früheren Zeiten in erster Linie eine Organisation, die von propagandistischen Gesichtspunkten geleitet werden mußte, denn wir haben uns damals organisiert, um den zionistischen Gedanken in der Welt durchzusetzen, um ihn im Judentum und außerhalb des Judentums zur Geltung zu bringen. Wir wählten früher auf unseren Kongressen eine Leitung wesentlich unter dem Gesichtspunkte, ob diese leitenden Persönlichkeiten in überzeugender Weise den zionistischen Gedanken vertreten und ihn in der Oeffentlichkeit 489