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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 480

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 480 (sequence 490)
Language
German, English, Hebrew
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kommen den Beschluß von Prag vereiteln. Und dies erscheint uns nicht zu geringfügig. Wir wollen doch nicht vergessen, daß durch dieses Budget für den Bau von Häusern und Erziehungsanstalten wir etwas Großes für die ganze Zukunft des Erziehungsbudgets tun und helfen, es auf eine gesündere und sichere Grundlage zu stellen. Ich schlage also vor: 1. Der Kongreß bestätigt den Beschluß der Sitzung des Aktionskomitees in Prag, für das kommende Jahr ein Budget von 25 000 Pfund für den Bau von Häusern und Erziehungsanstalten in Palästina festzusetzen und sieht darin ein Bedürfnis erster Stufe. 2. Der Kongreß verpflichtet die Leitung des Nationalfonds, den für den Bau von Schulhäusern in den Städten Palästinas erforderlichen Boden zu erwerben und ihn dem Erziehungskomitee oder den organisierten Gemeinden in ewige Pacht zum Bau von Schulhäusern und anderen Anstalten der Erziehung und Kultur zu übergeben. Vizepräsident Motzkin: In einer halben Stunde müssen wir den Kongreß für heute schließen. Bis dahin bitte ich aber die Delegierten, nicht solche Unruhe im Saale zu erzeugen und auf ihren Plätzen sitzen zu bleiben. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß man Privatunterhaltungen führt und keine Rücksicht auf den Kongreß und die Gegenstände nimmt, die hier verhandelt werden. Wer hier ist, muß Ordnung halten. Das Wort hat Herr Dr. Bienenstock. Delegierter Dr. Max Bienenstock (Hitachduth-Ostgalizien, jüdisch): Es ist eine merkwürdige Tatsache, daß auf allen unseren Kongressen die Kuiturfrage eine minderwichtige Rolle spielt, wenn man das Interesse in Betracht zieht, das ihr von Seiten der Zuhörer zugewendet wird. Diese Tatsache ist ebenso traurig wie merkwürdig. Man spricht von einem Aufbau des jüdischen Lebens, von einem nationalen Wiederaufleben im Golus und in Erez Israel. Ich und mit mir viele sind der Ansicht, daß die Kulturfrage zu den allerwichtigsten Fragen gehört und das größte Interesse erwecken müßte. Der Mangel an Interesse geht davon aus, daß wir uns mehr mit der produktionslosen als mit der produktionsfähigen und der aufbauenden Kritik beschäftigen. Wir haben eine ganze Reihe von Tagen mit interessanten Dingen verbracht. Man hat die zurücktretende Leitung kritisiert, aber die Fragen von Kultur, Erziehungs- und Unterrichtswesen wurden nicht berührt. Für uns ist die Kultur eines der wichtigsten Probleme. Wenn wir auf dem Kongreß von Kulturfragen sprechen, so verstehen wir darunter weniger die Quantität als die Qualität der Kultur. Für uns handelt es sich nicht darum, wieviele Schulen wir haben, sondern wieviel Geld wir dafür ausgegeben haben, und wir wollen wissen, welches Erziehungss3rstem angewendet worden ist. In dem Bericht der abtretenden Leitung finden wir über diese wichtigsten Fragen wenig Aufschluß. Etwas mehr finden wir in dem Berichte der Reorganisationskommission und dort erfahren wir, daß das Schulwesen in Erez Israel auf sehr schwachen Füßen steht. Für uns bedeutet Kultur in erster Reihe die Frage des Erziehungssystems. Unter Erziehung verstehe ich geistige Umschichtung, Revolutionierung des Geistes, nicht nur das, was man aus Büchern lernt, das Quantum von mehr oder weniger wertvollem Wissen. Es handelt sich um den geistigen Wiederaufbau oder, besser gesagt, Wiederumbau. In unseren Schulen sollte ein einheitliches Erziehungsprinzip gepflegt werden, und das fehlt bisher. Das einheitliche Erziehungssystem muß zur Arbeitsgemeinschaft führen. Die ganze Schule muß auf der Selbstarbeit im weitesten Sinne des Wortes aufgebaut werden. Aber nicht nur das verstehe ich unter 480

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