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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 478

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 478 (sequence 488)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4778-3480922
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vermehren, werden sich auch unser Einfluß und unsere Einnahmen vermehren! Wenn wir unsere Arbeit verringern und unsere Ausgaben einschränken — dann wird auch unsere Kasse magerer werden und unsere Einnahmen werden nicht einmal für die Bedürfnisse des Organisationsapparates ausreichen. Nicht Sparsamkeit ist vonnöten in der Erziehungsarbeit — wir hörten ja von Dr. L u r i e, wie schwierig die Lage in dieser Hinsicht ist: Keine Lehrbücher, keine Lehrmittel, zuweilen sogar nicht einmal Bänke und andere ähnliche Notwendigkeien — was wir brauchen, ist eine Budgetpolitik, die Bemühung,'das Budget auf natürliche und festere Grundlagen zu stellen, selbst, wenn wir dafür jetzt besondere Summen ausgeben müssen, die erst in der Zukunft Früchte zeitigen. Gewiß müssen wir dafür sorgen, daß der palästinensische Jischuw selbst sich mehr an den Ausgaben für die Erziehung beteiligt, fis gibt Zeichen dafür, daß innerhalb des Jischuw selbst die Erkenntnis zunimmt, daß er sich nicht genügend an den Ausgaben für die Erziehung beteiligt. Und wirklich kann man hierauf nicht übertriebene Hoffnungen setzen. Von heute auf morgen wird sich die Lage nicht wesentlich ändern. Solange sich nicht die Kräfte des Jischuw im allgemeinen heben und seine allgemeinen Grundlagen nicht stärker werden, wird nur für Teilbesserungen Platz sein. Noch so und so viele Jahre wird die Hauptarbeit im Erziehungswesen Palästinas der Zionistischen Organisation obliegen, weil diese Arbeit in der Tat nicht Sache der Bewohner des Landes allein ist. Es liegt darin eine allgemeine Volksaufgabe, und eine Art Herstellung der Bedingungen für die Arbeit der Belebung und des Aufbaus des Landes im allgemeinen. Und trotzdem ist Raum für eine Budgetpolitik, die uns die Lage sehr erleichtern kann. In dieser Hinsicht müssen wir auf zwei Hauptpunkten bestehen, in denen die Anteilnahme des Landes selbst an der Erziehungsarbeit liegt: Der eine ist die Auferlegung von Steuern auf die einzelnen Einwohner für die Gemeinschaft zur Befriedigung ihrer inneren Bedürfnisse, wie dies in den meisten Ländern des Galuth gebräuchlich ist. Die Befriedigung der Bedürfnisse der Gemeinschaft braucht man nicht auf die freiwillige Wohltätigkeit allein zu stellen. So wie eine Gemeinde auch nicht einen Tag bestehen kann ohne die Vollmacht, den einzelnen für die Bedürfnisse der Allgemeinheit zu zwingen, so ist es auch unmöglich, ein geordnetes Volksleben aufzubauen ohne diese Vollmacht. Der zweite Hauptpunkt ist die Beteiligung der Regierung an der Befriedigung unserer kulturellen Bedürfnisse aus der Gemeinschaftskasse in proportionalem Verhältnis zu dem, was uns zukommt. Diese beiden Hauptpunkte legen uns wichtige politische Aufgaben auf. Wir müssen uns bemühen, die Gemeinde auf gesetzliche Grundlagen zu stellen und dafür sorgen, daß diesen Gemeinden die Vollmacht gegeben wird, ihren jüdischen Einwohnern Steuern aufzuerlegen. Leider bestand bis jetzt noch nicht die palästinensische Regierung auf dieser unserer Lebensnotwendigkeit, bis jetzt fehlen uns noch in Palästina in dieser Hinsicht jene Grundrechte, die unsere Gemeinden in den meisten Ländern des Galuth haben. Und sogar ein Teil der palästinensischen Gemeinschaft bestand noch nicht genügend auf dieser wichtigen Frage. Der Kongreß muß in dieser Hinsicht dem nationalen Komitee für die Juden Palästinas helfen; wir müssen ihm moralisch und politisch helfen in seiner Bemühung, die Grundlagen zu errichten für die Ordnung eines inneren Volkslebens in Palästina in Uebereinstimmung mit unserem Geiste und unseren Bedürfnissen. Und andererseits müssen wir mit aller Stärke auf der Forderung bestehen, daß die Regierung aus der aligemeinen Staatskasse gewisse Summen für die Befriedigung unserer inneren Bedürfnisse bestimme. Wir müssen gegen das in dieser Hinsicht jetzt gebräuchliche System kämpfen. Die palästinensische Regierung hat 478

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