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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 472

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 472 (sequence 482)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4772-3480916
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weil es jüdisch ist! Nicht uns von anderen Völkern abschließen! Aber auch nicht das eigene Selbst aufgeben, sondern sturmfest als Jude stehen. Dazu soll die Bibliothek dienen. Sie soll ein Sammelpunkt des jüdischen Geistes sein, um zu zeigen, daß das jüdische Volk ein Volk des Buches und der Wissenschaft ist, wie vor tausend und mehr Jahren. Wir müssen zeigen, daß wir in der vordersten Reihe der Kultur stehen. Dann wird kein Volk Bedenken tragen, uns zu helfen, wenn wir unser Volk neu aufbauen wollen. In diesem Sinne brauchen wir die Universität und die Bibliothek, und aus diesem Grunde beantragen wir einige Resolutionen, die ich Ihnen vorlesen werde: „1. Der Kongreß nimmt mit Genugtuung Kenntnis von der unter günstigen Auspizien begonnenen Sammlung für die medizinische Fakultät der Universität und dankt der New Yorker Aerzteschaft sowie Prof. Einstein für ihr Vorangehen in dieser wichtigen Angelegenheit. Der Kongreß erwartet, daß auch die theoretischen Grundlagen der Naturwissenschaften sowie die Geisteswissenschaften, insbesondere die Erforschung Palästinas und des Orients und der jüdischen Geschichte bald eine gleiche tatkräftige Förderung finden werden. 2. Der Kongreß hält ein ganz Palästina umfassendes landwirtschaftliches Versuchswesen für eine der wichtigsten Grundlagen der Kolonisation und ersucht um bedeutende Erhöhung der im Budgetentwurf dafür ausgesetzten Summe. Der Kongreß empfiehlt der Exekutive den Ausbau der landwirtschaftlichen Versuchsstation zu einem Institute zur Förderung der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft als Teil der Universität. 3. Der 12. Zionistenkongreß macht die systematische Förderung des gesamten jüdischen Bibliothekswesen in Erez Jisrael der Leitung zur Pflicht. Er erblickt in der Gründung, Förderung und dem Ausbau der Bibliotheken ein wichtiges Erfordernis auch des materiellen Aufbaus eines jüdischen Palästinas. Er erwartet, daß an dieser allgemein kulturellen, nationalen und jüdischen Sache jeder Jude ohne Unterschied von Partei und Anschauung nach besten Kräften mitarbeitet. Jeder Zionist soll sich verpflichtet fühlen, nach Maßgabe seines Könnens Bücher und Geldmittel beizusteuern. Die Landsmannschaften sollen gehalten sein, Landes-, Bezirks- und Ortskomitees dem Bedürfnisse entsprechend für die Palästina-Bibliotheken einzurichten." Ich habe Ihnen versprochen, daß ich lange sprechen werde; ich habe das Gegenteil getan, um Ihre Zeit nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen. Nun erweisen Sie sich dafür erkenntlich, helfen Sie uns, diese öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte der jüdischen Kultur in Palästina aufzubauen. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Dr. BenzionMossinsohn (Amerika, hebräisch): Zu meinem Bedauern kann ich Ihnen keine solch erfreulichen Mitteilungen machen wie Herr Prof. Dr. Loewe. Ich muß hier über eine Frage sprechen, die der Kongreß unbedingt lösen muß, nämlich die Frage des palästinensischen Schulwesens. Jahrelang haben wir in Palästina auf kulturellem Gebiet gearbeitet. Wir haben manches erreicht und jetzt müssen wir von neuem die Frage behandeln, ob wir unsere Arbeit fortsetzen sollen oder nicht. Denn eine neue Richtung beginnt, bei uns die Oberhand zu gewinnen. Eine Richtung, die bestrebt ist, unsere kulturelle Arbeit in Palästina zu vernichten. Ich spreche hier im Namen der palästinensischen Lehrerschaft und ich muß Ihnen sagen: wenn wir gezwungen werden, so weiter zu arbeiten, wie wir im vorigen Jahre gearbeitet haben, so ist es besser, die Schulen in Palästina zu schließen. 472

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