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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 452

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 452 (sequence 462)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4752-3480896
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Ueberall haben wir besondere Ausschüsse gebildet, die uns bei der Feststellung der Zahlungsfähigkeit der Eltern behilflich sind. Aber es ist in keinem Lande gelungen, das Schulwesen bloß auf den Einnahmen aus dem Schulgeld aufzubauen. Die Bevölkerung zahlt Steuern, und überall stehen die Volksschulen allen Eltern unentgeltlich offen und werden nur aus den Steuereinnahmen erhalten. Die Regierung will dieses Recht unseren Schulen nicht zuerkennen. Sie hat uns in diesem Jahre zum ersten Male eine kleine Subvention in der Höhe von 2675 Pfund bewilligt, und sie ist nicht geneigt, in absehbarer Zukunft ihre Subvention zu erhöhen. Alle unsere Bemühungen bei der Regierung, unseren Teil der Steuern für unser Schulwesen zu bekommen, sind bis jetzt erfolglos geblieben. Die Regierung gründet auf Kosten der allgemeinen Landeseinnahmen Schulen für die Araber, und nur diese betrachtet, sie als Regierungsschulen, während unsere Schulen für sie als Privatanstalten gelten. Dieses Verhältnis ist kein natürliches, kein gerechtes. Es muß in dieser Hinsicht mit dem Alten völlig aufgeräumt werden. Die Regierung muß auch unsere autonomen Schulen als Regierungsanstalten anerkennen. Die Frage kann auf die Weise gelöst werden, daß Palästina zwei parallele Schulorganisationen bekommt, eine für die Erziehung jüdischer Kinder mit hebräischer Unterrichtssprache, die andere für arabische Kinder mit arabischer Sprache. Jede dieser Organisationen hat ein eigenes Komitee, ihren eigenen Leiter und ist autonom in Bezug auf das Programm. Jede bekommt auch den ihr entsprechenden Teil des Schulbudgets gemäß dem Prozentsatz der Bevölkerung. Außerdem ist jede der beiden Organisationen befugt, noch besondere Einkünfte zu haben, um damit ihre Schularbeit auszudehnen. Beide parallel laufenden Organisationen unterstehen der Kontrolle der Regierung in Bezug auf allgemeine Verordnungen und unterliegen deren Aufsicht in ihrer gesamten Arbeit. Zu diesem Zwecke besteht ein besonderes Regierungsschulamt mit einem Hauptdirektor. Diese Lösung hängt von unserer politischen Arbeit ab. Bis sie erreicht ist, müssen wir von der Regierung eine größere Subvention erlangen oder nach der Bestätigung des Mandates das Recht bekommen, besondere Schulsteuern einzuführen. Dann wird die Beschaffung von Mitteln viel leichter sein, obwohl große Hoffnungen nicht am Platze sind; denn unsere ökonomische Kraft im Lande ist noch sehr schwach. Allenfalls haben wir kein Recht, solange wir keine anderen Mittel haben, das Erziehungswerk in Palästina zu vernachlässigen. Durch die Vernachlässigung werden wir nicht bloß unser kulturelles Wachstum schädigen, sondern auch unsere politische Stellung und unser Prestige. Kultur, Erziehung und Förderung der nationalen Sprache waren wichtige Faktoren der nationalen Wiedergeburt eines jeden Volkes. Wir tagen jetzt im Lande des neu auferstandenen 452

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