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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 451

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 451 (sequence 461)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4751-3480895
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I materiellen Bedingungen der Lehrer sind sehr schwer, und das beeinflußt sehr ihre Arbeit. Den pädagogischen Forderungen und besonders den Bedingungen unseres Lebens in Palästina gemäß soll die Schule nicht nur Bildung geben, sondern auch den Schüler zur Arbeit vorbereiten. Ich glaube nicht, daß die übertriebenen Hoffnungen, die man auf die sogenannten „Arbeitsschulen" setzt, verwirklicht werden können. Dennoch haben wir mit diesem Versuche begonnen; denn das ist unzweifelhaft ein großer Schritt vorwärts. Versuche in größerem Maßstabe können wir infolge der schwachen finanziellen Lage nicht machen. Man beklagt sich oft im Auslande, daß die Mittelschulen einen allzu großen Platz in unserem Schulwerke einnehmen. Wir können uns nicht mit der Bildung, die die Volksschule gibt, begnügen. Unsere politische und kulturelle Stellung im Lande legt uns große Aufgaben auf. Wir haben in Palästina ein neues Judentum zu schaffen, und unsere kulturellen Aufgaben können sich nicht auf den Rahmen der Volksschule beschränken. Wir haben eine hebräisch sprechende und hebräisch denkende Intelligenz nötig. Daher ist für uns die Mittelschule ein Lebensbedürfnis genau so wie die Volksschule. Was die großen Ausgaben anbetrifft, so haben wir voriges Jahr 118 000 Pfund für die Erziehung ausgegeben. Das macht durchschnittlich 9 Pfund für ein Kind aus, das heißt die Hälfte davon, was man durchschnittlich für ein Kind in Amerika ausgibt. Die englische Regierung gibt in Palästina für 10 500 arabische Kinder 103 000 Pfund aus. Das von uns eingezogene Schulgeld deckt etwa 15 % unseres Erziehungsbudgets, es betrug im vorigen Jahre 9000 Pfund, in diesem Jahre 12 000, und im nächsten Jahre rechnen wir auf eine Einnahme von 15 000 Pfund, worin die Einnahmen aus dem Jaffaer Gymnasium und einigen Musikschulen nicht mitinbegriffen sind. Diese betrugen im vorigen Jahre 3000 Pfund, in diesem Jahre 7000 Pfund und auf den gleichen Betrag rechnen wir im nächsten Jahre. Es wird häufig die Meinung geäußert, daß der Jischub sich nicht genügend an unserem Schulbudget beteiligt. Diese Beschuldigung entstammt der Unkenntnis der Tatsachen. Die ökonomische Lage des Jischub ist noch nicht sicher fundiert. Ein großer Teil der jüdischen Stadtbevölkerung besteht aus Leuten, die ein elendes Dasein fristen. Während des Krieges haben wir 30—40 % unserer jüdischen Bevölkerung verloren, und die Neuangekommenen haben noch nicht Wurzel im Lande gefaßt. In unseren Schulen lernen 2000 Waisen, meistens Kriegswaisen. Dennoch werden unsererseits die größten Anstrengungen gemacht, die Einnahmen aus den Schulgeldern zu erhöhen. Wir schließen Kinder von den Schulen aus, wenn die Eltern das ihnen auferlegte Schulgeld nicht entrichten. 29* 451

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