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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 449

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 449 (sequence 459)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4749-3480893
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begann sich erst in der Zeit des Sprachenkampfes, im Jahre 1913/14, für die Erziehungsarbeit in Palästina ernsthaft zu interessieren. In den letzten Jahren ist ein ganzes Netz von Schulen begründet worden, das die ganze palästinensische Jugend umfaßt — von den Kindergärten bis zu den Mittelschulen. Jetzt stehen wir vor der Gründung zweier Hochschulen, des Technikums in Haifa und der Universität in Jerusalem. Die Zionistische Organisation hat gegenwärtig unter ihrer Aufsicht fast das ganze Erziehungswerk des Landes; wir haben jetzt im Lande 53 Kindergärten, 63 Volksschulen, 3 Mittelschulen, 3 Lehrerseminare, 6 Spezialschulen, 7 Handwerkerschulen, zusammen 135 Erziehungsanstalten mit 12 830 Schülern. Die überwiegende Mehrheit der palästinensischen Jugend bekommt ihre Erziehung in den hebräischen Schulen. Unsere Schulen haben den Zweck, nicht nur die palästinensische Jugend zu erziehen, sondern auch das ganze geistige Leben unseres Volkes zu erneuern, die hebräische Sprache zu beleben und das neue Geschlecht zur Arbeit in unserem Lande vorzubereiten. Heute können wir sagen, daß unsere nationale Erziehungsarbeit Früchte getragen hat. Die Jugend, die unsere Schulen zu Ende besucht hat, spricht und denkt hebräisch. Noch vor 27 Jahren pflegten Lehrer zu bezweifeln, daß man die allgemeinen Fächer hebräisch unterrichten könne. In den Lehrerversammlungen in den judäischen Kolonien und Jaffa behandelte man ganz ernst die Frage, ob der Unterricht in der hebräischen Sprache möglich sei. Einige Lehrer, die später eine hervorragende Rolle in unserer Erziehungsarbeit gespielt haben, fragten sich sogar, ob man den Kindern die Kenntnis der Bibel ohne Uebersetzung beibringen könne. Auch Achad Haam war nach den Versuchen der ersten Jahre des hebräischen Unterrichts im Zweifel in Bezug auf dessen Möglichkeit. Diese Frage gehört jetzt der Vergangenheit an. Jetzt spricht fast die gesamte neu heranwachsende Generation und ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung Palästinas überhaupt hebräisch. Das ganze Judentum in Palästina wird durch die hebräische Sprache verbunden. Ungeheuere moralische geistige Schätze sind dadurch im palästinensischen Judentum erweckt worden. Die Bibel, die Zierde jüdischen Geistes, drang ins Leben des Volkes ein, die gesamte hebräische Literatur wurde dem Volke zugänglich. Diese Entwicklung der hebräischen Sprache hat auch ihren Einfluß auf die Galuthländer gehabt. Wir bemerken jetzt einen großen Aufschwung der hebräischen Sprache in Polen, Litauen und anderen Ländern. Es wurde im Galuth eine ganze Reihe hebräischer Volks¬ und Mittelschulen gegründet. Unser Schulwerk umfaßt verschiedene Schularten. Einen verhältnismäßig breiten Platz haben wir den Kindergärten eingeräumt; denn sie sind es, die den Kindern die ersten Kenntnisse 29 449

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