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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 444

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 444 (sequence 454)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Heiligen sich finden möchte, die sagen wird, die jüdische Welt sei bereit, diesen Betrag pro Ansiedler auszuwerfen. Ich glaube nicht, daß wir auf solchen Grundlagen eine nennenswerte Ansiedlung bekommen werden. Wenn Sie wollen, daß unsere Pläne Widerhall in der jüdischen Welt finden, und daß Sie große Gelder dafür bekommen, so müssen Sie auf einer grundsätzlich anderen Grundlage arbeiten, vielleicht mit dem vorgeschlagenen Kostenpreis der Soskin'schen Siedlung von 300 Pfd. oder dem gartenstädtischen von 200 Pfd., vielleicht ist sogar Ettingers — rechnerisch richtig gestelltes — System noch billiger. Aber bei R u p p i n finden Sie z. B. eine Milchwirtschaft ohne Milch oder einen Hühnerstall für ein paar Hühner, der 500 Goldfranken kostet, und zwar auch beim Häusler, der nur ca. 600 Fr. im ganzen hat. Dabei kommen wir dann auf blutige Drolligkeiten wie z. B. die folgende: Wenn der Mann mit der Ettinger'schen Milchwirtschaft seine Kühe nach Ruppins Rezept mit Rizinusrückständen füttert und die Kühe daran krepieren, so verdient er damit glatt 300 Fr. Denn Ettinger rechnet bei seiner Milchwirtschaft das gesamte, auch das selbst angebaute Futter ab und kriegt nur 2200 Fr. aus der Milchwirtschaft heraus, in der er für 2500 Fr. selbst angebautes (und noch für 500 Fr. hinzugekauftes) Futter hineingesteckt hat. Hätte er die Tiere — wie Ruppin empfiehlt — mit Rizinus gefüttert und wären die Kühe daran gestorben, so hätte er für das Futter allein 2500 Fr. bekommen. Sie sehen, was hier für ein blühender Unsinn zusammengestellt ist, und es gehört entschieden zu unseren Aufgaben, da hineinzuleuchten, damit wir uns endlich von dieser Allwisserei frei machen. (Unruhe.) Vizepräsident Motzkin: In einer Minute ist die^Zeit des Redners um. Mitglied des A. C. Trietsch (fortfahrend): Meine Herren! Ich muß sagen, ich habe meinen Standpunkt in Bezug auf Ettinger und Ruppin ein wenig gewandelt. Ich war in Palästina und habe die Arbeit von Ettinger gesehen, die übrigens dort von Vielen sehr stark getadelt wird. Aber ich habe gefunden, daß vieles von dem, was er macht, auf dem richtigen Wege liegt, und ich bin seitdem geneigt, auch für seine literarischen Ausschreitungen mehr Ruppin verantwortlich zu machen, der erst sein Siegel darauf gesetzt hat. Ich befürchte, daß Sie mir vielleicht nicht mehr viel Zeit geben werden, aber ich wäre bereit, Ihnen noch viele solcher Einzelheiten vorzuführen (Heiterkeit.) Für jede zwei Minuten, die Sie mir mehr bewilligen werden, kann ich Ihnen einen weiteren derartigen Fall klarmachen, der allein genügen würde, die Unsinnigkeit der bisherigen Methoden und Auffassungen zu beweisen. Ich sage Ihnen das, um Ihnen einen Begriff von der Größe des Materials zu geben. Wenn Sie mir aber keine Gelegenheit geben wollen, das zu Ihrer Kenntnis zu bringen, so würde ich beantragen, die Entscheidung der Exekutive zu überlassen. Vizepräsident Motzkin: Herr Trietsch, Ihre Zeit ist zu Ende und Sie haben nicht mehr das Wort. Sie gehören doch der Palästinakommission an und können Ihre Bemerkungen dort vorbringen. Mitglied des A. C. Trietsch (fortfahrend): Dort ist es ganz unmöglich, etwas Vernünftiges durchzuführen. Ich habe daher den Antrag zu stellen, da der Kongreß und auch die Kolonisationskommission allem Anscheine nach nicht in der Lage sind, über diese Fragen zu entscheiden, die 444

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