Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 438 (sequence 448)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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Wir haben keine Aufsicht und keine Kontrolle über die ganzen Bauarbeiten, über die industrielle und wirtschaftliche Tätigkeit, wenn wir keinen entsprechenden Apparat haben. Die Vereinigung der jüdischen Ingenieure hat es sich als Ziel gesetzt, einige Forderungen und Anträge an den Kongreß zu stellen. Es ist notwendig, daß, wenn jetzt manche Projekte erscheinen, sie die entsprechende fachmännische Prüfung erfahren. Bis jetzt ist dies leider nicht der Fall gewesen. Manche sehr wichtige Projekte, die große Kapitalien erfordern, sind bis jetzt unseren fachmännischen Kreisen nicht vorgelegt worden. Sie haben ja gehört, daß im Budget, welches uns Dr. R u p p i n vorgeführt hat, eine Summe von 50 000 Pfund für das Audja- Projekt vorgesehen ist, aber bisher ist das Projekt unseren fachmännischen Kreisen nicht bekannt. Es gibt Fälle, wo unsere Leitung in Palästina manche technische Materialien gekauft hat, die nach dem Kriege bei den Engländern geblieben sind. Diese Materialien befinden sich noch jetzt dort und es gibt kein entsprechendes Organ, welches sie verteilen würde. Das bedeutet doch eine Verschwendung unseres Kapitals. Es haben sich Fälle in Tel Awiw ereignet, daß Häuser wegen mangelhafter Aufsicht eingestürzt sind. Dies alles wird Ihnen wohl genügen, um zur Ueberzeugung zu kommen, daß ein solcher technischer Apparat für uns dort unbedingt notwendig ist. Wir wissen alle, daß wir neue Ansiedlungen schaffen wollen, sei es Kolonien, sei es Gartenstädte und das muß doch eine gewisse Regulierung erfahren. Bisher stand der notwendige Apparat von Technikern der Leitung nicht zur Verfügung, weil die Kräfte nicht organisiert waren. Deshalb halten wir dafür, daß ein solches technisches Zentralamt für uns unbedingt notwendig ist. Es ist doch unmöglich, daß wir technisch spezialisierte Sachen alle einem Manne anvertrauen, obwohl wir diesen Mann sehr hoch schätzen. Dr. Ruppin kann doch nicht ein universeller Mensch für Alles sein. Es gibt noch eine zweite Sache, die für die Entwicklung der Industrie in Palästina große Bedeutung hat. Sie wissen alle, meine Herren, daß in Haifa ein Technikum erbaut werden soll. Man hat den Bau zwar begonnnen, aber die Arbeit ist so vernachlässigt worden, daß die Werkstätte, kaum daß man mit ihrem Bau begonnen hat, schon angefangen hat, einzusinken. Ich habe leider keine Zeit, meine Vorschläge und Anträge zu begründen; ich werde mir daher nur gestatten, die Anträge vorzulesen, die ich dann später der entsprechenden Kommission vorlegen werde. Die Forderungen der auf der Konferenz der zionistischen Ingenieurverbände in Karlsbad vertretenen Landesverbände an den Kongreß lauten (liest): „1. Für die Durchführung des Aufbaues des jüdischen Heimes in technischer Hinsicht ist für alle Institutionen der Zionistischen Organisation ein technisches Zentralamt zu errichten. 2. In die Verwaltung des Keren Hajessod ist ein Techniker als zuständiges Organ für alle technischen Arbeiten aufzunehmen. 3. Alle auszuführenden Projekte sind grundsätzlich auf dem Wege eines öffentlichen Wettbewerbes oder Ausschreibens zu erlangen und auszuführen. 4. Die Besetzung von öffentlichen Aemtern darf nur durch öffentliches Ausschreiben erfolgen. 5. Die Entscheidung ad Punkt 3 und 4 darf nur unter Mitwirkung des technischen Zentralamtes erfolgen. 6. In den Wirkungskreis des technischen Zentralamtes fällt die Ausgestaltung des technischen Erziehungswesens. 7. Das technische Zentralamt hat bei seinen Entschließungen tunlichst die Gutachten der technischen Verbände einzuholen." 438