Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 447)
- Language
- German, English, Hebrew
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Einwohner leicht und schnell vergrößert werden kann. Eine der dringendsten Aufgaben auf diesem Gebiete ist der Häuserbau, welcher auch einer beträchtlichen Zahl von Immigranten Beschäftigung geben kann. Ebenso gehört die Gründung der Hypothekenbank zu den dringendsten Aufgaben. Ich erwarte, daß diese Bank nicht nur den Ansiedlern auf Nationalfondboden, sondern auch Privatpersonen, die eigenen Boden besitzen, Anleihen gewähren werden. Was die amerikanische Frage anbetrifft, so wissen wir in Palästina aus Erfahrung, daß es die Tendenz der Amerikaner war, sich in ihrer Arbeit abzusondern, um mit den von ihnen gewählten Delegierten Alleinherrschaft zu erzwingen, und nicht mit dem Jischub zusammenzuarbeiten, und so war es auch bei der Aerztefrage; dies können wir nicht zulassen. Ich möchte den Wunsch aussprechen, daß der Sitz der Exekutive nach Erez Israel verlegt wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Berlin: Die nächste Sitzung findet heute abend um 8 Uhr statt. Die Sitzung ist geschlossen. Schluß der Sitzung: 5 Uhr 40 Minuten nachmittags. Donnerstag, den 8. September 1921. 15. (Abend-) Sitzung. Beginn: 8 Uhr 35 Min. abends. Vizepräsident Motzkin: Ich eröffne die Sitzung des Kongresses. Wir fahren in der Debatte über die Palästinafrage fort und werden hoffentlich damit bald zu Ende sein. Das Wort hat Herr Caisermann. (Nach einer Pause.) Herr Caisermann ist nicht anwesend, und verliert das Wort. Das Wort hat Herr Körner. Delegierter M. Körner (Polen, spricht deutsch): Hoher Kongreß! Es ist zu bedauern, daß wir hier eine Debatte über die Berichte der Herren Dr. Ruppin, Soskin und anderer führen sollen und die Berichte nicht vor uns haben. Die Berichte sind bis jetzt nicht gedruckt worden, und vielleicht ist dies mit eine Ursache, daß die Debatte nicht so inhaltsreich ist, wie sie sein sollte. Ich möchte hier nur zu einem Teil unserer Palästinaarbeit sprechen und zwar zu einer Frage, die überhaupt nicht berührt worden ist. Ich spreche im Auftrage der Vereinigung der jüdischen Ingenieur-Verbände. Diese Vereinigung hat sich erst jetzt in Karlsbad während der Tagung des Kongresses gebildet. Bis jetzt hat leider unsere Leitung alle die fachmännischen Kräfte nicht ausgenützt oder ausnützen können, die wir besitzen, hauptsächlich die technischen Kräfte. In Palästina gab es zwar ein technisches Amt, das aber leider in diesem Jahre aufgelöst wurde. Es wurde im Jahre 1912 gegründet, mit dem Sitze in Jaffa, dann in Jerusalem. 1914, während des Krieges, v/urde es aufgelöst. Im Jahre 1918 wurde es wieder ins Leben gerufen und leider, wie ich schon gesagt habe, nach zwei Jahren seiner Tätigkeit wieder aufgelöst. Ich werde nicht über die Ursachen sprechen. Aber es ist eine Ironie des Schicksals, daß an der Spitze des Waad Hazirim gerade ein Ingenieur steht und dennoch dieser Teil der Arbeit am meisten vernachlässigt war. Es ist dies aber doch ein sehr wichtiger Teil der Arbeit. 437