Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 436 (sequence 446)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--4736-3480880- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hajessod darf die idealen Momente nicht nur für sich in Anspruch nehmen, sondern auch für das jüdische Land. Vizepräsident Berlin: Ich will mitteilen, daß die Beamten aller jüdischen Organisationen dringend für Freitag ^9 Uhr früh zu einer Besprechung eingeladen werden. Das Wort hat Herr Y e 11 i n. Delegierter David Yellin (Palästina, spricht hebräisch): Wir, die Bewohner von Erez Israel, geben unserem Bedauern Ausdruck, daß in der Araberfrage nichts getan wurde, um zu einer gegenseitigen Verständigung zu gelangen. Unter unseren Gegnern selbst besteht keine Einigkeit; ein großer Teil von ihnen, insbesondere die Dorfbewohner, steht der Sache indifferent gegenüber, und wir könnten diese für uns gewinnen, wenn wir sie überzeugten, daß unsere Arbeit auch ihnen Vorteil bringen würde. Der arabische Kongreß und die Entsendung der Delegation nach Europa sind ein Beweis dafür, wie notwendig eine feste Arbeit in dieser Richtung sei. Es soll eine spezielle Kommission für diese Sache gebildet werden, dadurch wird auch verhindert werden, daß jeder Einzelne auf eigene Faust Politik treibt. Was die Arbeiterfrage anbelangt, begrüßen wir natürlich die Idee der jüdischen Arbeit im Lande; wir wissen, daß unsere Arbeiter eine feste Burg für die Wiedergeburt der hebräischen Sprache bilden; wir wissen die große Ergebenheit der Arbeiter für ihre Arbeit gebührend zu schätzen. Sie gelten mit Recht als Muster für den ganzen Jischub in dieser Beziehung. Dagegen müssen wir unser Bedauern ausdrücken über ihren ablehnenden Standpunkt gegenüber der Kolonisierung von Bauern und über ihr Bestreben, eine Kluft zwischen den Bauern und den Arbeitern zu schaffen. Außerdem ist es bedauerlich, daß sie zu schlimmen Erfahrungen Anlaß gaben, die uns vielen Schaden verursacht haben. Wir begrüßen daher mit Genugtuung den Vorschlag, die Arbeiter auf eine Weise anzusiedeln, daß sie auf eigene Verantwortung und eigene Kosten arbeiten. Wir müssen mit Bedauern daran denken, daß die Arbeiter durch die Uneinigkeit mit den Kolonisten einen Riß im Jischub verursacht haben. Es ist nicht zu leugnen, daß die Arbeiter den Boykott übr die Kolonien verhängt und dadurch die Kolonisten gezwungen haben, fremde Arbeiter zu beschäftigen. Wir konstatieren mit Genugtuung, daß nach den letzten Ereignissen, Petach Tikwah den Beschluß faßte, durchweg jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Was die Kolonisation anbelangt, so sind uns zwei Elemente vonnöten: das Land und das Volk, Erez und Israel. Es sollte unsere besondere Sorge sein, den Jischub bodenständig zu machen. Es gibt viele junge Leute unter den Kindern des Landes, die mit Erfolg landwirtschaftlich arbeiten könnten und die in der Lage wären, auf diese Weise das einheimische Element mit dem neuankommenden zu verknüpfen. Der Nationalfond hat nur die Aufgabe: den Bodenkauf. Insbesondere" jetzt, nachdem der Keren Hajessod geschaffen wurde, braucht der Nationalfond kein Geld mehr für Kolonisationsversuche auszugeben. Ich halte es für notwendig, daß der Jüdische Nationalfond nach Palästina übertragen wird, denn sonst kann es keine Kontinuität in der Arbeit geben. Wir träumten lange Zeit von dem Ankauf des Emek Jesreel und wir freuen uns, daß dieser Traum teilweise verwirklicht wurde. Doch auch jetzt gibt es dort noch viel Boden, der nicht uns gehört, und wir sollen uns bemühen, auch diesen anzukaufen. Ich möchte überdies auf die Bedeutung der städtischen Kolonisation hinweisen, denn ich glaube, daß nur mit Hilfe dieser die Zahl der jüdischen 436