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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 418

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 418 (sequence 428)
Language
German, English, Hebrew
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einen Teil der Reisespesen selbst bezahlen können, da sie in kooperativen Immigrationsgesellschaften vereinigt sind. Wir wollten die Auswanderung nicht auf philanthropischer Basis aufbauen, so daß die einen auf Kosten der Kooperative auswandern. Was die Kapitalien betrifft, so bildeten wir eine ganze Reihe von Gesellschaften für Häuserbau und viele Achusoth. Sie sammelten schon und überwiesen nach Palästina bis 80 000 Pfund St., aber bei den jetzigen Valutazuständen können sie sich nicht weiter entwickeln. Dr. Ruppin hatte recht, wenn er gesagt hat, daß wir noch keinen richtigen Typus der Wirtschaft in Palästina haben. Die bestehenden K w u z o t h haben sich doch ziemlich gut bewährt, führen wir also die Arbeiter in derselben Richtung weiter. Schwer ist die Frage der Proletarier zu lösen, die ganz unbemittelt nach Palästina kommen, besonders, wenn sie nicht fachmännisch ausgebildet sind. Man muß also Experimente machen. Die Chaluzim sind aber gute und hingebende Arbeiter und deshalb sind auch die Schwierigkeiten bei ihnen geringer. In Rußland und Ukraina beschäftigen sich viele Juden mit landwirtschaftlichen Arbeiten. Man kann die Städtchen fast nicht wiedererkennen. Juden ackern, Juden haben Vieh, Juden treiben Gärtnerei. Die Landwirtschaft ist in Osteuropa zwischen den Juden seit 1914 verbreitet worden. Sie ist auch nicht mehr wie früher patriarchalisch. Der neue Landarbeiter ist intelligenter als ein gewöhnlicher Bauer. Die Form der Landwirtschaft ist besser, daher besteht auch die Hoffnung, daß es gelingen wird, etwas zu erzielen, und zwar infolge des guten Menschenmaterials, aber nur unter der Voraussetzung, daß ein nationaler Zuschuß gegeben wird. Ich glaube, daß wir nach den schon gemachten Experimenten die Arbeit weiter fortsetzen können; es muß sie aber Jemand machen, der dafür die Verantwortung trägt, keineswegs darf man sie aber so dilettantisch machen, wie Herr Soskin es vorschlägt. Die Arbeit kann sicher nicht auf Philanthropie basieren. Die Proletarier können auch nicht sogleich zur selbständigen Wirtschaft übergehen, und deshalb muß als Uebergangsform noch die der großen Farmen und Kwuzoth angewendet werden. Ich will nochmals betonen, daß die russischen Chaluzim ein sehr gutes Material für Palästina sind, und daß man ihnen helfen muß nach Palästina auswandern zu können. Man sollte sie dann dort als selbständige Leute und nicht rein philanthropisch auf Staatskosten ansiedeln. Man darf die russischen Chaluzim nicht verlassen, wie es bis heute geschehen ist. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Dr. Josei Rufeisen (Tschechoslowakei, deutsch): Geehrter Kongreß! Es mag dahingestellt bleiben, ob die Debatte zu den Möglichkeiten der zionistischen Arbeit fruchtbar war oder nicht; jedenfalls ging durch die ganze politische Debatte immer wieder der Ruf nach Land und Arbeit. Jetzt sind wir bei der Debatte über die Verwirklichung und der Besuch beweist das Interesse, das man dafür hat. Zionisten sind Juden, die nach Palästina sollen. Davon gab es bisher vier Kategorien: Die einen können nicht, die andern wollen night, die dritten dürfen nicht und die vierten lassen nicht. Eine Aenderung ist notwendig. Es muß der „Vignetten-Zionismus" aufhören. Es muß aufhören, daß man ein fach jede Autorität, die einmal gesprochen oder geschrieben hat, mit einer Vignette versieht und sagt, das ist unser Fachmann und daß man dann alles, was dieser Herr sagt, unterschreibt und alle anderen von der Notwendigkeit enthoben sind, diese Worte und Schriften zu überprüfen und sich dafür zu interessieren. Vielleicht wird der Vorschlag der amerikanischen Delegation, eine Kommission zu wählen, welche die bisherige Arbeit überprüfen soll, geeignet sein, eine Abänderung zu schaffen. Dies wird wahrscheinlich auch notwendig sein. Wenn Chamitzer Herrn E11 i n g e r Rechenfehler nachgewiesen hat, die geeignet sind, die ganze Grundlage des Aufbaues abzuändern, und wenn seine Ausführungen keinen Widerhall gefunden 418

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