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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 417

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 417 (sequence 427)
Language
German, English, Hebrew
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macht, zum Ergebnis zu kommen, daß es nichts taugt, so wird Ihnen die Antwort nicht schwer fallen. Ist es nicht ökonomischer und zielsicherer, diesen Leuten im Golus die erste Erziehung zu geben, damit sie nicht ganz unvorbereitet nach Palästina kommen und damit wir dort diese Defizite nicht in englischen Pfund decken müssen, während wir sie in der Diaspora doch nur in polnischen Mark oder in Sowjetrubeln haben würden? Air dies hat die Leitung bis heute nicht verstanden und versteht es auch noch heute nicht. Das ist Dilettantismus. Dieser unmögliche Zustand ist deshalb entstanden, weil wir seit Jahr und Tag gewohnt sind, auf den Kongressen in erster Reihe politische Fragen zu behandeln. Auch auf diesem Kongresse. Wir müssen diesen Kongreß zu einem arbeitenden Organ machen und nicht nur zur Tribüne für politische Demonstrationen ... (Vizepräsident Kaplansky mahnt zum Schlüsse.) Ich appeliere an den Kongreß, mir noch zwei Minuten Redezeit zu bewilligen. (Bewilligt.) Der Kongreß muß hier Wandel schaffen und dies wird so lange nicht der Fall sein, bis wir nicht den richtigen Mann finden, der uns für den Aufbau des Landes verantwortlich ist. Heute sagen die Herren in der Leitung, wir sind für die politische Arbeit da und sind nicht für das verantwortlich, was in Palästina geschieht. Ein solcher Zustand sollte in der Organisation unmöglich sein. Der Ministerpräsident muß dafür verantwortlich sein, daß er uns einen verantwortlichen Aufbauminister gibt. Der Kongreß wird gute Arbeit geleistet haben, wenn er den richtigen Aufbauminister wählt und diesen beim nächsten Kongreß für all' das verantwortlich macht, was in Palästina geschieht. Die Sachverständigen aus Kalifornien und das Komitee, welches uns die Amerikaner vorschlagen, werden uns nichts nützen, wenn eine .solche Planlosigkeit in der Leitung besteht. Wir haben es ja von Herrn Sprinzak gehört, es besteht bis heute kein Kolonisationsplan. Wir haben doch zumindest so viel Geld, um einen Kolonisationsplan aufzustellen. Wie lange wollen wir noch warten? Ich schließe mit dem Wunsche, daß wir auf dem nächsten Kongreß unserem Aufbauminister solche Ovationen bereiten mögen, wie wir sie auf dem jetzigen Kongreß Sokolow und Weizmann bereitet haben. Wenn das geschieht, dann werden wir überzeugt sein können, daß der Aufbau des Landes sich auf gutem Wege befindet. (Beifall.) Delegierter Dr. J. Brutzkus (Rußland, jüdisch): Geehrter Kongreß! Ich will Ihnen einiges über die Arbeit in Rußland berichten. Sie wissen nicht, was dort vorgekommen ist, da die Leitung nicht für einen genügenden Zusammenschluß zwischen Ihnen und uns gesorgt hat. Wir haben uns wie aus einem Gefängnis zu befreien und einen Zusammenhang herzustellen versucht. Die Leitung hat wegen der politischen Arbeit nicht für uns sorgen können. Wir haben trotzdem viel gearbeitet. Nach der Balfour-Deklaration haben wir Menschen und Kapital für Erez Jisroel beigestellt, wir haben eine große Aufklärungsarbeit geführt, wir haben Journale herausgegeben und eine Menge von Vereinen gegründet. Ein Referat wie das des Herrn Soskin wäre bei uns überflüssig, denn wir wissen schon viel mehr. In Rußland und in der Ukraine gibt es jetzt viele jüdische Landwirte, die bei der ersten Möglichkeit nach Palästina auswandern werden. Die Chaluzim haben in der Gärtnerei und auf dem Felde gearbeitet, sie sind also landwirtschaftlich mehr oder weniger ausgebildet. Die Gruppen, in denen die Chaluzim gearbeitet haben, waren musterhaft. Die Leute haben bei den schweren Lebensbedingungen Rußlands entbehren gelernt und sind jetzt ein gutes Material für Palästina. Die Ausfahrt jedoch ist sehr schwierig; die Leitung hat nicht dafür gesorgt Wir mußten selber mit den Randstaaten, Polen, Litauen usw. Unterhandlungen zur Erlangung der Durchreiseerlaubnis für diese Leute führen. Trotzdem wir eine ganz entwertete Valuta haben, werden die Leute doch 27 417

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