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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 413

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 413 (sequence 423)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4713-3480857
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Vorschlag vor, die Redezeit auf 10 Minuten festzusetzen. Wünscht jemand gegen diesen Vorschlag das Wort? (Delegierter Lav Stern: Wie viele Redner sind vorgemerkt?) Das kann ich in diesem Moment nicht sagen. Auf meiner Liste befinden sich momentan 15 Redner. Es haben aber noch nicht alle Gruppen ihre Redner angemeldet. Delegierter Dr. J. Niemirower (Rumänien, zur Geschäftsordnung, deutsch): Geehrter Kongreß! Ich muß bitten, den Antrag auf Beschränkung der Redezeit auf 10 Minuten abzulehnen. Nachdem die Vertreter der anderen Landsmannschaften unbeschränkte Redezeit hatten, finde ich es als ein Unrecht, daß gerade der Vertreter der großrumänischen Landsmannschaft, Dr. Bernstein-Kohan, der jetzt zum Worte kommen soll, nur 10 Minuten haben soll. Dasselbe gilt auch von den anderen Vertretern, die noch nicht gesprochen haben. Vizepräsident Kaplansky: Wir haben nun einen Redner für die Beschränkung der Redezeit und einen gegen gehört. Wir werden nun abstimmen. Wer für den Vorschlag ist, die Redezeit auf 10 Minuten zu beschränken, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Wer ist gegen den Antrag? (Abstimmung.) Der Antrag ist angenommen. Das Wort hat Herr S p r i n z a k. Delegierter Josef Sprinzak, (Hapoel Hazair-Palästina, hebräisch): Ich habe für 10 Minuten Redezeit gestimmt, weil ich zweifle, daß der Kongreß in seiner gegenwärtigen Form eine Debatte über Palästinaarbeit führen kann. Es ist Zeit, daß aus dem Kongreß eine entsprechende Institution geschaffen wird, die mit Ernst über die Palästinaarbeit beraten und urteilen soll. Ich will nur auf einiges erwidern, was hier gesprochen wurde. Herr Levin-Epstein hat die Arbeiter Palästinas beschuldigt, daß sie keine Knechte sein wollen; ja, es ist so, sie waren es nicht und werden es nicht sein. Ob der „Hamaschbir" gut gewirtschaftet hat, ist eine Frage der Administration, aber nicht des Systems. Uebrigens sind die Angaben des Herrn Levin- Epstein nicht ganz genau. Man hat hier über die materiellen Opfer gesprochen, die der Kolonist in Palästina zu bringen hat, wenn er jüdische Arbeiter bei sich anstellt. Man muß aber berücksichtigen, daß die jüdische Arbeit den Jischuw in Palästina schützt, das hat sich in den Ereignissen der letzten Zeit in Petach Tikwah gezeigt. Ohne die jüdische Arbeit ist der Jischuw in Palästina in Gefahr. Herr Dyk äußerte, daß wir die Methoden der europäischen Sozialdemokratie nach Palästina gebracht haben. Ich frage: worin äußert sich das? Der jüdische Arbeiter will den Jischuw auf Selbstarbeit und Selbstproduktion aufbauen. Ussischkin ist kein Sozialdemokrat und doch hat er die Leistungen des jüdischen Arbeiters in Palästina richtig beurteilen können. Levin-Epstein sprach über das Zigeunerleben der Kwuzoth. Woher kommt es? Weil die Kwuzoth in ihrer Arbeit jahrelang von vielen Seiten gestört werden. Jeder neue Schritt, jede neue Leistung wird durch die Kritiker, die selbst nichts leisten, zerstört. Ich glaube, daß der Kongreß, der sich für eine Woche versammelt hat, nicht genau beurteilen kann, wer von den Agronomen recht hat. Der Kongreß glaubt, alle komplizierten Fragen des Jischuw leicht lösen zu können. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Es wird, und mit Recht, über die Notwendigkeit eines Kolonisationsprogramms gesprochen. Vorgestern brachte die Fraktion der Hitachduth ihre Resolution ein, die neben dem Dank für die Leitung für ihre politische Tätigkeit auch den Mangel dieses Programms betonte, und die Prinzipien dieses Programms müßte dieser Kongreß der künftigen Leitung als imperatives Mandat mit auf den Weg geben. Das Programm lautet: energische kolonisatorische Arbeit. 413

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