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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 414

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 414 (sequence 424)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4714-3480858
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Unter Kolonisationsarbeit in ihren Hauptstrichen wird verstanden der Erwerb von Boden, die Schaffung der Möglichkeit für Vervollkommnung der bestehenden Kwuzah, die Inangriffnahme zur Errichtung der Arbeitersiedlung, kurzum: Alles das, was unseren nationalen Besitz in Palästina vergrößern kann, den Boden, den Jischuw und den produktiven Arbeiter. Hinsichtlich der Ausführungen Dr. S o s k i n s wäre zu bemerken, daß, wenn Sachverständige der verschiedenen gegnerischen Lager wie E11 i n g e r und W i 1 k a n s k y einerseits und Dyk andererseits sich zu den Vorschlägen Soskins ablehnend verhalten, dies für die Laien auf diesem Gebiete viel bedeuten muß. Was jedoch mich betrifft, bin ich damit einverstanden, daß ein kleiner Versuch auch in dieser Richtung gemacht wird. Dieser soll aber nicht als der rettende Plan aufgefaßt werden, der die bisherige lebendige, durch den jüdischen Arbeiter auf Grund seiner Erfahrungen anerkannte Kolonisationsarbeit zerstören will. Herr Fischer sagte, der Zionismus sei kein kolonisatorischer Versuch. Es ist wahr, der Zionismus ist tatsächlich kein kolonisatorischer Versuch, aber Zionismus bedeutet in erster Reihe: Kolonisation, und dessen müssen wir alle eingedenk sein. Der Kongreß soll den Beschluß fassen, daß in der nächsten Zeit die landwirtschaftliche Kolonisation von der Leitung gefördert wird. Die richtige Form der Kolonisationsarbeit wird in der Arbeit und durch die Leute, die sie leisten, herausgefunden werden. Delegierter Dr. J. Bernstein-Kohan (Bessarabien, jüdisch): Ich habe aufmerksam allen Reden zugehört, die hier gehalten wurden, und ich habe mich bemüht, diese Reden mit den Reden, die vor vielen Jahren im Odessaer Comitee gehalten wurden, zu vergleichen. Ich habe mich gefragt, wie weit unsere Bewegung gewachsen ist: 1. betreffs der Weltanschauung; was haben wir in dieser Zeit gelernt, wie weit sind wir in der Vorstellung über die Kolonisation vorgeschritten? 2. habe ich die Anträge, die gestellt worden sind, verglichen; 3. habe ich das Menschenmaterial verglichen, wie weit es sich vergrößert hat. Von diesen drei Gesichtspunkten aus will ich die Frage der Kolonisation betrachten. Zunächst muß ich bemerken, daß sich die Bewegung nicht erweitert hat. Die Arbeit ist noch immer eine philanthropische, wenn auch vielleicht nicht ganz in der Weise, wie sie es früher gewesen war. Der letzte Versuch des Maasser ist auch nur eine Spielerei, niemand zahlt den Maasser, man gibt nur Almosen, vielleicht große, aber immerhin Almosen. Viele Arbeiter geben für ihre Parteien 30% ihres Verdienstes und sie machen nicht soviel Wesens daraus: aber die Reichen bei uns geben fast nichts. Früher hat man immer gegen die Vormundschaft des Odessaer Comitees protestiert, jetzt aber ist die Vormundschaft bei Erteilung der Visas leider noch viel größer. Wir wollen unser Land in großem Maßstabe aufbauen. Dabei sind zwei Anschauungen vertreten. Die eine sagt, daß die Arbeiter es machen sollen, die andere, daß es ausschließlich durch das Kapital geschehen solle. Man kann eine Arbeit nicht künstlich machen, man muß alle Schichten in das Land hineinlassen. Das Leben zwingt uns, unser Land zu bebauen. In Bessarabien sind sehr viele Arbeiter, die nach Erez Jisroel fahren möchten, besonders viele unter den Ukrainern. Man hat aber leider nichts unternommen, um sie nach Palästina zu schicken. Es wurden Tausende von Dekreten erlassen, die die Einwanderung unmöglich machten. Ussischkin ist nicht schuld daran. Die Zertifikate wurden schlecht verteilt, wir mußten die ganze Zeit nur illegal arbeiten. Ich erkläre, daß kein Verbot unsere Einwanderer abhalten wird; wir werden langsam, langsam doch nach Palästina kommen. Man sagt, daß der Waad Hazirim sich zu indifferent verhielte. Ja, man konnte nicht ohne Geld arbeiten; gebt Geld 414

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