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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 412

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 412 (sequence 422)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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kleinsten Widerstandes gehen müssen. Wir müssen den geeignetesten Weg benützen. Wir haben bei uns Polen eine städtische jüdische Bevölkerung. Juden in Warschau haben nicht nur den russischen Markt, sondern auch den asiatischen vermittelst einer kleinen Hausindustrie versorgt. Es sind sehr rührige und tüchtige Menschen, die werden schon den Weg finden, die Sache ökonomisch zu organisieren. Dieses Element ist das Beste, welches wir benützen können, und das von uns am meisten vernachlässigt worden ist. Man fragt immer: Wo ist der Mittelstand im Zionismus? Man glaubt nicht, daß er vorhanden ist; man sagt, es gibt nur Arbeiter und fromme Juden. Das stimmt aber nicht. Wir sind daran schuld, daß wir diese Elemente nicht zur Arbeit herangezogen haben. Unsere Tätigkeit trägt einen einseitigen Charakter. Man hat denen geschmeichelt, von denen man glaubte, daß sie die einzigen arbeitenden Elemente seien. Zu wem sprechen wir, wenn wir für den Keren Hajessod sammeln? Etwa nicht zu diesem Mittelstand? Man muß ihnen klarmachen, was in Erez Jisroel zu tun ist. Geehrter Kongreß! Es besteht die Frage der Aenderung des Systems bei uns. Man muß neue Arbeitsmethoden für Erez Jisroel finden. Wir kennen die Ursachen, warum die Arbeit bis jetzt nicht gut war, und wir wissen sie auch zu entschuldigen. Wir kennen auch die Umstände, unter denen die Arbeit bis jetzt getan wurde. Wir wissen, daß man mit kleinen Mitteln keine richtige geschäftsmäßige Wirtschaft führen kann. Jetzt stehen wir aber in einem verzauberten Kreis; diesen gilt es, zu durchbrechen. Um geschäftsmäßig zu arbeiten, muß man große Summen haben, und um große Summen zu bekommen, muß man geschäftsmäßig arbeiten. Wir müssen und können uns auch von der früheren Arbeitsweise befreien; aber dies alles wird nur dann geschehen können, wenn wir zu den großen Massen gehen und sie für den Interessenzionismus zu gewinnen suchen. Jeder muß wissen, daß für ihn nicht bloß ein ideales und geistiges, sondern auch ein ökonomisches Interesse am Zionismus besteht; wenn nicht, ist es nur ein Chowewe-Zionismus. Entweder werden wir diesen verzauberten Kreis durchbrechen oder, wenn uns dies nicht gelingt, werden wir zum Odessaer Komitee zurückkehren. Vizepräsident Kaplansky: Zum Wort gelangt Herr Lewite; er ist aber nicht anwesend. Delegierter N. D. Adler (Order of Ancient Maccabeans, jüdisch) : Ich habe zur Geschäftsordnung das Wort verlangt. Ich stelle den Antrag, daß die Redner nicht länger als 10 Minuten sprechen sollen. Man soll dieselbe Beschränkung wie in der Generaldebatte einführen. Vizepräsident Kaplansky: Das A. C. hat mit dem Präsidium vereinbart, daß die Redner nach der Stärke ihrer Gruppen zum Wort gelangen sollen. Erst kommen die großen Gruppen, dann die kleineren und dann die einzelnen Redner. (Zwischenrufe.) Diese Diskussion hätten Sie zu Beginn des Kongresses anregen sollen. Da ein solcher Protest aber nicht vorlag, sind wir an die Geschäftsordnung des Kongresses gebunden. Ich glaube, eine Gruppe von 20 oder 100 Delegierten hat doch mindestens dasselbe Recht wie ein Delegierter. Ich gehe streng nach der Geschäftsordnung vor und eine Diskussion darüber ist überflüssig. Der Sinn der Maßnahmen des Actions-Comitees ist, zu vermeiden, daß das Erlangen des Wortes eine Jagd sein soll. Vor allem haben das Recht zu sprechen jene, die im Namen von Gruppen sprechen (Delegierter Adler: Mein Antrag ist Beschränkung der Redezeit auf 10 Minuten!) Das ist etwas anderes. Vom Präsidium aus war vorgeschlagen, die Reden zur Palästina-Debatte auf 15 Minuten zu beschränken. Es liegt nun ein 412

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