Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 407

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 407 (sequence 417)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4707-3480851
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Mittwoch, den 7. September 1921. 13. (Abend-)Sitzung. Beginn: 9 Uhr 30 Minuten abends. Vizepräsident Kaplansky: Die Sitzung ist eröffnet. Wir setzen die Generaldebatte über die Kolonisationsfrage fort. Zum Worte gelangen jetzt die Redner der Landsmannschaften, Fraktionen und Gruppen. Das Wort hat Herr Dr. Nacht. Delegierter Dr. J. Nacht (Rumänien, deutsch): Geehrter Kongreß! Dr. Ruppin wies in seinem Referat auf die großen Verluste hin, die unsere Bewegung durch die über die russische Judenheit hereingebrochene Katastrophe erlitten hat. Wir bedauern dies tief, weil wir jetzt mehr denn je ihrer Mitarbeit bedurft hätten. Es bedeutet für uns ein großes Unglück, daß die beiden wichtigsten Ereignisse: Balfour- Deklaration und San Remo in eine Epoche solcher Tragik oder wie Herr Dr. Levin es treffend ausdrückte, daß unser „S i m c h a s T h o r a" auf „Tische b' o w" fiel. Um so mehr muß jetzt gerettet werden, was zu retten ist, um so mehr müssen wir jetzt alle Kräfte sammeln, die uns zur Verfügung stehen, stehen könnten. Unter diesen Kräften verstehe ich zunächst die Heranziehung eines bestimmten Menschenmaterials, das für uns von hoher Bedeutung werden kann. Ich denke dabei an die rumänischen Juden, die in der Geschichte des Jischub Erez Israel eine ruhmvolle Vergangenheit haben. Die Wiege des Chowewe Zionismus stand bekanntlich in Galatz. Die rumänischen Juden sind die Begründer der Kolonien „Sichron Jacob", „Rosen Pina". Aber auch in der Gegenwart sind sie gewillt, an der Verwirklichung unserer Ideale tatkräftig mitzuwirken. Beispiele dafür sind die Nationalfondsammlungen, wo Rumänien an dritter Stelle steht, die Privatinitiative „Achuzah", die auf mehrere Millionen Anzahlungen hinweisen kann, der „Keren Hajessod", für den in letzter Zeit eine starke Propaganda einsetzte, die zwar noch nicht genügend Erfolg hatte, weil die dazu berufene finanzielle autoritative Persönlichkeit fehlte. Ehrlicher Wille allein genügt bei solchen Unternehmungen nicht. Ueberdies fehlte jede Systematik. Man ging nämlich in Beßarabien und Rumänien nicht nach ein und demselben Programm vor, man trat an die Spender mit verschiedenen Forderungen heran. — Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß die aus der Ukraine über Galatz und Braila durchwandernden Chaluzim und die „Geula" in Rumänien starke Förderung erfuhren, teils seitens der zionistischen und anderen Organisationen, vor allem der Gemeinden Braila-Galatz, teils seitens des zionistischen Philanthropen Simon Rotenberg in Galatz, der auf eigene Kosten ein Chaluzimheim errichtete. Nur streifen wollen wir die für unser Ideal geleistete Arbeit seitens der täglich erscheinenden national-jüdischen Zeitung „M a n t u i r e a", die bald nach Friedensschluß einsetzte, ein kühnes Unternehmen, das den bereits fast eingeschlummerten Zionismus in Rumänien wieder weckte und das dem Radikalzionisten A. L. Zissu, der dem assimilierten Judentum derbe Wahrheiten sagte, wie es noch keiner vor ihm zuvor getan, das meiste zu verdanken hat. Doch wozu in die Ferne schweifen. Wir halten bei Palästina und brauchen nur auf die unsterblichen Leistungen Aaronsonhs hinzuweisen, der als Gelehrter den Urweizen entdeckte, worauf Professor 407

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.