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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 401

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 401 (sequence 411)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4701-3480845
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so weit ging, daß sie es nicht einmal für nötig befunden hat, Herrn Dr. S o s k i n, der über die Sache zu referieren befähigt wäre, Palästina besuchen zu lassen, obwohl sie ihn nach den entferntesten Ländern Europas und Amerikas schickte, sogar nach China und Japan. Es gibt aber doch erfahrene Agronomen in Palästina selbst. Der Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung in Palästina, Agronom Dr. Etting er, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dieser Frage in Rußland, Argentinien und Palästina. Warum hat die Exekutive das Referat nicht ihm übertragen? Die Folgen haben sich gezeigt: wir haben hier statt eines Referates über die Kolonisationsfrage ein Zeitungsfeuilleton angehört. Denn wir fanden in den Worten des Herrn Dr. Soskin keinen konkreten Inhalt, er erzählte uns nichts, außer, daß es in Palästina eine Sonne gibt und daß man in Spanien auf dem Dünensand Kürbisse pflanzt. Die einzige Zahl, die er uns hier vortrug, ist, daß man mit 300 engl. Pfund eine Familie ansiedeln Kann, und auch dies hat er nicht aus eigener Erfahrung, wie er selbst zugibt, sondern hat es hier von Palästinensern gehört, denen er es glaubt; aber genaue Zahlenangaben aus Palästina besitzt er nicht. Es ist also nicht möglich, über den Vortrag des Herrn Dr. Soskin zu debattieren, denn was sollen wir auf ein Feuilleton antworten, das über dem ganzen Erdball schwebt und von Palästina nur die Strahlen seiner Sonne berührt! Aber nicht darauf, was Herr Dr. Soskin gesprochen hat, will ich hier eingehen, denn er sagte doch fast garnichts, sondern darauf, was er über dieses Problem geschrieben hat. Ich las mit Interesse alles, was Dr. Soskin geschrieben hat; und ich las auch die ganze Literatur, die er in seinen Schriften anführt. Ich besuchte auch im vorigen Jahre Holland, um da das Kleinbauerntum zu sehen. Dr. Soskin will in seinen Schriften beweisen, daß, weil in Holland die Gemüsezüchter von einigen Dunam leben können, wir auch in Palästina einen Gemüsebau in weitem Umfange fördern müßten; aber, verehrter Kongreß, auch in Palästina bauen wir Gemüse und vor dem Kriege schickte man Gemüse von Kinereth nach Damaskus; es sind auch bei uns Fälle, wo eine einzelne Familie von einigen Dunam, die mit Gemüse bebaut sind, lebt; aber davon bis zu einem Kolonisationssystem ist es ■ noch viel weiter, als von Palästina nach China und Japan. Und es wird genügen, hier einige Tatsachen anzuführen, die, weit entfernt von der Landwirtschaft und der Kolonisation Palästinas, den ganzen Unsinn im Kolonisationsplan des Herrn Dr. Soskin bloßlegen werden: a) Auch Holland, das sich im Zentrum Westeuropas befindet, ist nicht bloß ein Gemüsegarten, es wird dort auch Getreide auf weiten Flächen gebaut; es gibt auch in Holland viele Molkereien und nur in der Nähe der Großstädte: Haag, Amsterdam usw. befinden sich intensiv ausgebaute Gemüsepflanzungen, die erst nach Jahrzehnten, ja nach Jahrhunderten bis zu dieser Intensitätsstufe gediehen sind, infolge des städtischen Bevölkerungszuwachses und der Bevölkerungskonzentration in' Holland und im übrigen Europa und im Zusammenhang mit den seit Jahrhunderten erworbenen Erfahrungen, In Palästina gibt es bisher keine konzentrierte städtische Bevölkerung, die einen ständigen Absatz für Gemüse bieten könnte. b) Es gibt nicht einmal für die in Palästina schon befindlichen Gemüsepflanzer einen ausreichenden Markt, und das ist nicht nur bei unseren Gemüsepflanzern der Fall, sondern auch bei den Fellachen. Die Ursache dessen ist, daß die Fellachen in besonderen Feldern das Gemüse anbauen, und zwar in einem Jahr Getreide, im anderen Jahr Gemüse abwechselnd. Und weil ihre landwirtschaftlichen Kenntnisse in dieser Hinsicht nicht größer sind, als die unserer Kolonisten, so verkleinern auch die Fellachen, wie unsere Kolonisten, die Anbaufläche für Gemüse nach jedem Jahre mit 26 401

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