Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 410)
- Language
- German, English, Hebrew
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welche auf den Farmen des Nationalfonds gearbeitet haben. Man wird sowohl individuelle als genossenschaftliche Kolonien haben. Man hat außerdem ein neues Menschenmaterial, die Chaluzim, die schon eine gewisse landwirtschaftliche Vorbereitung genossen haben und jetzt davon träumen, zur Landwirtschaft übergehen zu können. Man hat auch tausende jüdische Soldaten, welche aus Palästina nach dem Kriege vertrieben wurden. Es war eine Vernachlässigung seitens der Zionistischen Organisation, namentlich der früheren amerikanischen, daß sie in dieser Richtung nichts getan hat. Es gibt Tausende, welche sich landwirtschaftlich betätigen wollen, welche diszipliniert waren und gute Kolonisten abgeben würden. Es gibt noch eine Gruppe von Leuten, welche gezeigt haben, daß sie mit höchster Disziplin arbeiten können, die sich auch „Legion" nennen, aber „Legion der Arbeit". Die haben gezeigt, daß sie durch ihre musterhafte Organisation Vorzügliches leisten können. Die wollen ihre Arbeit nicht auf einer Chaussee fortsetzen, sondern wollen' sich auf einem großen Block ansiedeln. Das werden einige Hundert sein. Es gibt aber noch ein Reservoir und das sind die Yemeniten. Die haben sich als ausgezeichnete Kolonisten gezeigt. Die haben sich auf kleineren Flächen bewährt und dort höchst intensiv gearbeitet. Diese Leute haben auch ihrerseits gezeigt, daß man sich in Bezug auf die Arbeitsweise nicht doktrinär verhalten darf. In Kinereth haben sich diese Yemeniten, Leute mit^^^ilien, die nie ein Wort von Kwuzoth gehört haben, genossenschaftlich organisiert, und als ich vor fünf Wochen dort war und sie nach dem Grunde fragte, sagten sie, daß das produktiver sei. In einem anderen Orte finden Sie wieder Jemeniten, die nur individuell arbeiten wollen. Sie sehen auch daraus, daß man nicht doktrinär sein kann. Man hat aber auch noch vieles andere zu erfüllen, was die Zionistische Organisation begonnen, aber nicht zu Ende geführt hat. Es wird die größte Verschwendung sein, wenn man nicht die früheren Farmen ausbaut und wenn man dagegen von einem Allheilmittel spricht, das darin besteht, daß man nur einen bestimmten Weg gehen darf. So wird ein großes Vermögen verschwendet werden. Es wird eine Verschwendung von Menschenkraft und Vermögen bedeuten, wenn die Zionistische Organisation einen einzigen Weg gehen wollte. Selbst wenn man zu einem Kompromiß kommt, so wissen wir ja, daß die Priorität immer einem neuen sensationellen Dinge gegeben wird und daß die anderen Dinge dann zurückgestellt werden. Dann werden die Farmen, die aufgebaut werden sollen, vernachlässigt werden. Dann heißt es — vernichten, statt aufbauen. Ich kann mich hier in die Einzelheiten der Konsolidierung des Aufbaues nicht einlassen. Wir haben in der Palästina-Kommission angefangen, darüber zu sprechen und werden das dort fortsetzen. Ich möchte nun schließen. Nehmen Sie keine Vorschläge an, die zur Zerstörung des Vorhandenen führen. Wir sind in Palästina konservativ und gerade die Arbeiter, die hier so nervös sind, wollen konservieren, schützen und aufbauen. Die wollen bauen und es wird doch kurios sein, wenn gerade auf der entgegengesetzten Seite sich Leute dem Antrage anschließen werden, zu zerstören, statt aufzubauen. Denn die Annahme des Soskin'schen Einfalles käme dem gleich. Wir wollen aber nicht zerstören, sondern bauen. (Großer Beifall und Händeklatschen.) Präsident Sokolow: Das Wort hat Herr Joffe. Delegierter Elieser Joffe (Hitachduth, Erez Israel, spricht hebräisch): Ich muß mein Erstaunen ausdrücken, daß die Exekutive das Kolonisationsreferat einem Manne übertragen hat, der seit 15 Jahren nicht in Palästina war und nichts von den Erfahrungen weiß, die wir dort erworben haben. Und besonders wundert mich der Leichtsinn der Exekutive, der 400