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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 392

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 392 (sequence 402)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4692-3480836
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Delegierter Agronom Izchak Wilkansky (Hapoel Hazair-Erez Israel, spricht hebräisch): Das Referat des Herrn Soskin eignet sich eher für einen Kongreß von Agronomen. Viele erwarten von Soskins Plan eine wunderbare messianische Lösung der ökonomischen und politischen Probleme im Lande. Soskin hat in Palästina die Sonne entdeckt, eine lachende Sonne. Möglich, daß für die, die in der Ferne weilen, die Sonne lacht. Für uns aber glüht sie. Ich fürchte, daß solch übertriebene Hoffnungen, die Herr Soskin erweckt, zu einer grausamen Enttäuschung führen können. Nächstens wird Soskin vielleicht vorschlagen, die palästinensische Sonne en detail zu verkaufen, von ihr Konserven herzustellen und nach dem Ausland zu verschicken. Und auf die Büchsen wird er den Reim Bialiks schreiben: Sonne auf euer Haupt, Sonne! Das Prinzip eines arbeitenden Jischuw, der nicht von Lohnarbeitern abhängig ist, wurde schon vor 14 Jahren durch den jüdischen Arbeiter in Palästina aufgestellt. Es ist nicht wahr, daß die verschiedenen Formen unserer Wirtschaft deshalb keinen Erfolg hatten, weil die Bodenfläche zu groß war. Die tatsächliche Ursache lag darin, daß unser Kolonist es nicht verstanden hat, seinen Boden richtig auszunutzen. In den mustergültigen deutschen Kolonien in Palästina bearbeitet jeder Kolonist durchschnittlich eine Fläche von 240 Dunam und hat noch dabei eine Milchwirtschaft. In Juta und Kalifornien sind die Einzelwirtschaften viel größer. In Juta bearbeiten die Mormonen durchschnittlich je 100 acres (400 Dunam). In Petach- Tikwah und anderen Kolonien beschäftigt man soviele Lohnarbeiter, weil die Arbeitsmethode schlecht ist. In den Plantagen sind die Bäume in einem Abstand von 3—4 Metern gepflanzt, während in Kalifornien der Abstand 7 Meter beträgt, und so die Arbeit mit Maschinen möglich macht. Ich werde in der Kommission mit Ziffern belegen, daß die Handarbeit den Ertrag im Vergeich mit Maschinenarbeit nicht vergrößert. Man spricht überall von den Defiziten, die die Kwuzoth haben. Niemand kann aber beweisen, daß die Defizite durch die Wirtschaftsform verursacht worden sind. Alle unsere Wirtschaftsformen in Palästina stehen nicht auf der erwünschten Höhe. Nicht richtig ist auch die Selbstzerfleischung, die wir uns in der letzten Zeit angewöhnt haben. Der jüdische Arbeiter von heute ist besser als der Boden und Palästina von heute. Ich möchte die wichtigste Ursache der Defizite folgendermaßen kurz formulieren: Unvorbereitete Menschen, unvorbereiteter Boden und ungeeignete Bedingungen. Und das einzige Heilmittel ist: Macht das Volk bereit für das Land, das Land für das Volk, und schafft die Bedingungen für beide. Der Boden, der uns zur Verfügung steht, ist viel schlechter als in Kanada und in anderen Ländern, er ist erschöpft und nicht ertragfähig. Wenn der Kolonist in den ersten Jahren Schulden macht, dann wird es ihm schwer, sich herauszuhelfen. Allerorten und in jedem Lande gibt es sieben gute und sieben schlechte Jahre in der Landwirtschaft. Aber in neubesiedelten Ländern, da, wo man mit unbebautem Boden beginnt, da beginnt man mit den sieben guten Jahren, die dem Ackerbauer die Kraft geben, zu leiden, wenn die Erde mager wird. Bei uns beginnt man mit den sieben schlechten Jahren, weil fruchtbares Land nicht in unserem Besitz gelangt, und unser Ackerbauer hat keine Kraft, sich aus seiner gedrückten Lage zu erheben. Ich möchte hier von den vielen Fragen nur eine herausgreifen — die Frage der Absatzmöglichkeiten. Palästina, sowie es in der Balfour-Deklaration festgesetzt ist, sogar das Palästina, das wir erstreben, ist kein selbständiger Organismus. Im klimatischen, ethnographischen und ökonomischen Sinne ist und bleibt Palästina ein kleiner Bestandteil des großen Gebietes, das Aegypten und Syrien in sich einschließt. Deshalb müssen wir immer mit den Absatzbedingungen Aegyptens und Syriens rechnen. In Kalifornien hält man Aegypten für das Musterland. 392

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