Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 401)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--4691-3480835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
mittel, ein absolut gesichertes Absatzgebiet, die Möglichkeit der fabrikationsmäßigen Verarbeitung jener Teile der Produkte, die man nicht sofort in natura absetzen kann usw. Wenn Herr Dr. Soskin für die nächsten Jahre etwa denkt, dort, wo die Bedingungen dafür gegeben sind, mit den intensiven Kulturen vorzugehen, um Land und Menschen dafür vorzubereiten, so bin ich dafür. Wenn es aber mit großen Mitteln und mit einer großen Zahl unkundiger Menschen begonnen werden soll, wenn die Transport- und Absatzbedingungen vernachlässigt werden sollen, so wird das ein Tun, Handeln und Ausgaben bedeuten, die kein Mensch wird verantworten können. Ich werde Gelegenheit nehmen, in der Palästinakommission über diese Dinge sachlicher und konzentrierter zu sprechen. Ich wollte im Anschluß an meine Erfahrungen und dem hier Geäußerten zunächst an die Linke dieses Kongresses die Bitte richten, doch einmal zu untersuchen, ob *" sie die Verhältnisse des europäischen Arbeiters kritiklos nach Palästina übertragen dürfen, sie fragen, ob sie selbst daran glauben können, daß, wenn in Palästina alles so weiter geht wie bisher, ein Erfolg zu erwarten ist. Ich glaube unser aller Ziel ist das gleiche, wir müssen gemeinsam überlegen und dann werden wir ohne weiteres, zu Mitteln der Kolonisation kommen, die zu einem Zweck führen. Dann wird man auch im Privatunternehmer keinen Gegner sehen. Ich kann leider auf diesen Punkt nicht eingehen. Worum ich bitte, ist, daß die Linke diese Dinge erwäge, damit wir alle Gruppen zusammen im Hinblick auf das gleiche Endziel, das ich mit Ihnen verfolge, vorläufig die Dinge so machen, wie sie notwendig sind, um ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina zu schaffen. (Beifal.) Präsident Sokolow: Ich bitte die Redner, die Anträge gestellt haben, diese schriftlich zu überreichen. Delegierter E. W. Levin-Epstein (Amerika): Es ist mir in einem Zwischenrufe vorgeworfen worden, daß ich in meiner Rede eine Unwahrheit gesagt hätte. Ich habe die offizielle Abrechnung der zionistischen Kommission bekommen und möchte sie vorlesen. Präsident Sokolow: Ich würde Ihnen gern das Wort geben; die Folge davon wäre aber wieder ein Protestieren gegen die verlesenen Ziffern. Der Kongreß kann in solche Details nicht eingehen. Ich denke, dieser Zwischenruf ist so aufzufassen, wie so oft solche Zwischenrufe geschehen. Die Sache geht in die Kommission und diese wird Gelegenheit haben, alle Details zu prüfen. Wir wollen den Kongreß damit nicht befassen. Delegierter Elieser Joffe (Palästina, hebräisch): Mit Rücksicht darauf, daß der Kongreß schwach besetzt ist und die Mitglieder der Exekutive abwesend sind, schlage ich vor, die Agronomen Wilkansky und Ettinger erst dann reden zu lassen, wenn der Kongreß vollzählig und die Exekutive zugegen ist. Präsident Sokolow: Dies ist leider nicht möglich. Jetzt schließen wir mit der Reihe der Sachverständigen, dann werden wir eine Pause eintreten lassen und dann haben wir eine sehr lange Liste von Rednern. Zunächst kommen die Redner der Gruppen und Landsmannschaften wie bei der Generaldebatte. Wir können jetzt nicht diese Störung eintreten lassen, wir müssen die Zeit ausnützen. Die Reden der Sachverständigen werden ja gedruckt und sie werden auch noch Gelegenheit haben, in der Kommission zu sprechen. Das sind Spezialfragen und es kommt nicht darauf an, ob die Exekutive dabei ist oder nicht. Ich erteile Herrn Wilkansky das Wort. 391