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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 388

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 388 (sequence 398)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4688-3480832
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Siedlung in Dagania als den Versuch in Merchawiah durchgeführt sehen wollte, obwohl es Parallelversuche waren, und sowohl der eine als der andere Versuch aus sozialen Gründen für die Arbeiter von Bedeutung waren. Aber nicht nur die Arbeiterschaft, sondern leider auch die offiziellen Vertreter der Kolonisation in Palästina, die ihren Sitz in Jaffa hatten, hatten Zweifel an dem Sj'stem Oppenheimers und gaben sie mir deutlich zum Ausdruck. Ich muß aber dabei bemerken, daß eine aktive Gegnerschaft von dieser Seite nicht bekundet wurde. Was ist aus diesem Versuche, eine Oppenheimersche Siedlungsgenossenschaft zu begründen und durchzuführen, geworden? Nun, ein solcher Versuch ist niemals in Palästina zur Durchführung gekommen und es ist meine Pflicht, als Beauftragter und Schüler Franz Oppenheimers zu erklären, daß das, was in Merchawiah gemacht worden ist, vielmehr nach meinem Abgang gemacht wurde, nicht mit dem Namen Oppenheimers zusammengebracht werden darf. Ich habe in Palästina eine Aufgabe zu lösen bekommen, die ich zum Teil und bis zu einem bestimmten Grade gelöst habe. Das heißt, ich hatte in einer unbesiedelten, der jüdischen Arbeit absolut feindlichen Gegend Palästinas einen Großbetrieb zu schaffen, mit einer Arbeiterschaft, die des Berufs unkundig, erst der landwirtschaftlichen Tätigkeit zugeführt werden mußte. Diese Aufgabe, der Aufbau dieser Wirtschaft und die Ausbildung der landwirtschaftlichen Arbeiter in diesem Betriebe, ist in Merchawiah erreicht worden. Was nicht erreicht worden ist, ist daß wir auf Grund der bestehenden Verhältnisse, wie ich sie schon zum Teil angedeutet habe, den Versuch einer Oppenheimer'schen Siedlungsgesellschaft gar nicht beginnen konnten. Welche weiteren Gründe waren hierfür von Bedeutung? Als wir unter den schwierigsten Bedingungen nach ungefähr 3 Jahren den landwirtschaftlichen Betrieb geschaffen hatten, und die Arbeiterschaft tatsächlich so weit kam, daß sie beruflich ausgebildet war und der Betrieb nunmehr als Unternehmen weitergeführt werden konnte, stellten sich Dinge ein, die es unmöglich machten, den Versuch durchzuführen. Schon während der Vorbereitungsperiode hatte die Arbeiterschaft nicht des Betriebes, sondern die Arbeiterschaft der Nationalfondfarrnen und die Arbeiter der benachbarten Betriebe nicht nur für sich den Einheitslohn proklamiert, sondern diesen Einheitslohn in Merchawiah, also auch in unserem auf Lohn gegen Leistung eingestellten Betrieb, durch Zwang zur Durchführung durchgesetzt. Nicht nur die Arbeiterschaft in Palästina, auch der Führer der Poale-Zion, Herr Kaplanski, hat bei seinem Besuch in Merchawiah die Forderung eines Einheitslohnes gestellt, womit natürlich der Kommunismus proklamiert war. * Warum der Kommunismus? (Delegierter Kaplanski: Das ist einfach unwahr!) Meine Herren von der Linken! Es wird mir gesagt, das sei unwahr. Die Tatsache ist ein Beweis für die Behauptung, denn Sie haben tatsächlich die Löhne auf eine bestimmte Norm gebracht und zwar auf 2 frcs. ohne Rücksicht auf das Alter, Geschlecht und die Qualifikation der Arbeiter. Meine Herren, der Kommunismus ist keine Schande und kein Verbrechen und im Endziel bin ich mit Ihnen vielleicht eines Sinnes. Es kommt nur darauf an, wie man ihn auffaßt und welchen Weg man zu seiner Durchführung wählt. Er kann eine Fortsetzung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung sein, nicht aber am Beginn einer solchen, die doch tatsächlich in Palästina, ob sie es wollen oder nicht, Tatsache ist und wird, stehen. Warum die Festlegung auf das Wort Kommunismus? (Delegierter Dr. D a i c h e s: Zur Geschäftsordnung! Haben wir eine Debatte über den Kommunismus?) Präsident Sokolow: Herr Epstein hat gesprochen und Herr Dyk will ihm darauf antworten. Seien Sie doch tolerant, Hören Sie jeden Redner mit Ruhe an, wenn Sie wollen, daß man Sie anhört! 388

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