Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 397)
- Language
- German, English, Hebrew
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wenn ich mitteile, daß ein einstimmig gefaßter Beschluß der Exekutive in London vorliegt, der sich gegen die Verlegung des N. F. ausspricht. Wenn ein solcher Beschluß einstimmig gefaßt wurde, so werden schwerwiegende Gründe dafür vorhanden gewesen sein. Ich will jetzt darauf nicht eingehen, weil ich diese Frage in meinem Organisationsreferat berührt habe. Ich bin der Meinung, daß der Bericht, um den es sich jetzt handelt, zum Palästinabericht gehört, der sich mit kolonisatorischen Fragen befassen soll. Es ist eine Frage der Organisation der zionistischen Arbeit, wo der Sitz der zionistischen Finanz- und Sammlungsinstitute sein soll, und wir werden bei Gelegenheit auf diese Frage zurückkommen. Ein Delegierter: Ich möchte fragen, ob die Resolution Bodenheimer der Palästina- oder der Organisationskommission übergeben werden wird. Präsident Sokolow: Sämtliche Anträge werden der Palästinakommission übergeben. Dieser Antrag ist aber ein Antrag, der nicht nur die Palästinakommission, sondern auch die Organisationskommission betrifft und deshalb wird er beiden Kommissionen übergeben werden. Mitglied des A.C. Dr. Bodenheimer: Ich verlange selbstverständlich nicht, daß man jetzt darüber abstimme. Es ist klar, daß dieser Antrag den ordnungsmäßigen Weg gehen muß und dann zur Erörterung gelangt. Delegierter Agronom Salomon Dyk (Ostgalizien, spricht deutsch): Hoher Kongreß! Als früherer Leiter der Siedlungsgenossenschaft in Merchawiah fühle ich mich verpflichtet, auf dieses Thema einzugehen, um so mehr als die offiziellen Berichte und die beamteten Referenten . . . (Lebhafte Unruhe.) Präsident Sokolow (unterbrechend): Ich bitte um Ruhe, der Redner hat eine schwache Stimme. Delegierter Agronom Dyk (fortfahrend): . . . zur Kolonisationsfrage noch nicht einmal einen Nekrolog über den Versuch der Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft gebracht haben, trotzdem der 10. Kongreß in Hamburg den Versuch einer Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft mit brausendem Beifall angenommen hatte im Glauben, daß solch gelungener Versuch das System einer großzügigen Kolonisation in Palästina inaugurieren würde. Als Beauftragter zur Durchführung dieses Versuches habe ich die Sache sehr ernst genommen und habe, um wenigstens eine Anzahl zweckmäßig vorgebildeter landwirtschaftlicher Arbeiter zu haben, mehrere meiner alten Schüler aus Slobodka- Lesna, die mehrere Jahre in der Landwirtschaft und im Gartenbau, zuletzt auch in Steinhorst in Deutschland, gearbeitet haben, sechs Monate vor Beginn des Versuches nach Palästina geschickt, damit sie sich dort rechtzeitig den klimatischen und sonstigen Verhältnissen der Arbeit und des Lebens anpassen. Für mich selbst hatte ich es noch für nötig gefunden, ein Gut in Deutschland, das ungefähr der Größe des Betriebes für den Versuch in Palästina entsprach, als Inspektor zu bewirtschaften, damit ich mich genügend erfahren gerade auf diese Betriebsgröße einstellen könne. In Palästina fand ich fast eine geschlossene Gegnerschaft gegen die Idee Oppenheimers vor und sowohl Oppenheimer als ich wurden zu Reaktionären gestempelt. Es war zur Zeit, als die erste Arbeiter-Siedlung in Dagania begründet wurde, und ich kann es verstehen, daß die Arbeiterschaft aus verschiedenen Gründen eher den Versuch einer kommunistischen 25* 387