Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 396)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gestatten Sie mir ein Wort zu dem letzten Antrage. Es ist begreiflich, daß die ganze Sache der Ueberführung nach Erez Israel ein Messer ohne Klinge wäre, wenn nicht die Mehrheit des Direktoriums im Lande säße. Präsident Sokolow (unterbrechend): Ich will die Redefreiheit nicht beschränken, aber ich mache darauf aufmerksam, daß eine so wichtige Frage nicht als Postskriptum oder als Parenthese in den Kongreß hineingeschleudert werden darf. Die Frage ist zu ernst und muß richtig behandelt werden. Der Kongreß muß darauf vorbereitet sein, und wenn sich die Exekutive eine Meinung bilden soll, so darf es nicht geschehen, daß solche Fragen in Abwesenheit der Exekutive hineingeworfen werden. Ich nehme den Antrag des Dr. Bodenheimer als Anregung. Die Frage darf aber nicht in dieser Weise erledigt werden. Mitglied des A.C. Dr. Bodenheimer: Ich habe darauf nur zu sagen, daß ich glaube, daß wir in der Palästinadebatte sind und daß die Frage der Uebersiedlung des Nationalfondsbüros und des Direktoriums nach Palästina sehr wichtige Punkte in dieser Debatte sind. Die Frage ist nicht von heute, sondern alt und die Exekutive hat ein Veto eingelegt. Ich bedauere, daß die Exekutive nicht zugegen ist; ich bin aber überzeugt, daß die Exekutive von meinen Ausführungen Kenntnis erhalten und imstande sein wird, wenn sie auch nicht unmittelbar darauf erwidert, doch später darauf zurückzukommen. Es ist keine Anregung, die ich gebe, sondern ein Antrag und ich bin berechtigt, diesen zu begründen. Aber ich werde den Kongreß nicht aufhalten, ich bin schon zu Ende. Ich bin überzeugt, daß die Stimmung des Kongresses in dieser Frage so einhellig ist, daß die große Majorität des Kongresses sich für die Ueberführung nach Erez Jisroel entscheiden wird. (Rufe: Fraglich!) Bestimmt, lassen wir das dahingestellt sein. Dann werde ich noch einmal das Wort ergreifen. Die Verwurzelung unserer Institute in Erez Jisroel ist ein unbedingtes Erfordernis unserer Bewegung. Nur diese Verwurzelung wird den Zwiespalt beseitigen, der heute vielfach in unseren Reihen herrscht. Dann werden Streitigkeiten über die Art des Aufbaues von Palästina viel leichter beseitigt werden als heute, und wenn unsere Institute in Palästina zentralisiert sind, dann ist auch die Verbreitung des nationalen Gedankens in der ganzen Welt viel leichter als heute. Und nun lassen Sie mich mit den Worten schließen: Ich habe die feste Hoffnung, daß der N.F. nach Palästina überführt wird und daß das nicht allzulange dauern wird, und ich hoffe, daß binnen Jahresfrist die Berge und Hügel Jerusalems das Nationalfondsgebäude in Jerusalem erblicken werden als Symbol der Vereinigung des jüdischen Volkes mit dem jüdischen Lande. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident Sokolow: Das Wort hat Herr Lichtheim zu einer Aufklärung. Mitglied der Exekutive Richard Lichtheim (deutsch): Geehrter Kongreß! Herr Dr. Bodenheimer hat eben die Frage der Velegung des N. F. nach Palästina angeschnitten und hat darauf Bezug genommen, daß die Exekutive dem Vorsitzenden des N.F., der zugleich Governor der Exekutive ist, mitgeteilt hat, daß er gegebenenfalls sein Veto einlegen soll, falls die Generalversammlung des N. F. die Verlegung beschließt. Es versteht sich von selbst, daß, wenn der Kongreß anders beschließt, sich die Exekutive einem solchen Beschlüsse fügen wird. Es ist Sache des Kongresses, über alle seine Institutionen zu wachen, und es ist Sache der Exekutive, die Kongreßbeschlüsse auszuführen. Die Frage muß dann aber sehr genau geprüft werden und es genügt wohl, 386