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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 382

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 382 (sequence 392)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4682-3480826
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es für uns wie eine Erlösung, daß Ruppin die P. L. D. C. schuf, eine Gesellschaft, die nach Art einer Kolonisationsgesellschaft als Ergänzung des N. F. diente. Wir haben die Möglichkeit, die uns dadurch geboten wurde, ergriffen, um, wenn auch nicht den Boden in den Besitz des jüdischen Volkes zu bringen, so doch wenigstens dafür zu sorgen, daß der Boden in jüdische Hände kam, und wir haben dafür Vorsorge getroffen, daß der N. F. sich durch einen Vertrag mit der P. L. D. C. das Recht sicherte, diesen Boden jederzeit für sich erwerben zu können. Auf Grund dieser Vereinbarung haben wir der P. D. L. C. Kredit erteilt. Ich weiß nicht, ob es diese Kredite sind, Herr de Lieme, die Sie in Ihrer Rede als Kredite bezeichnen wollen, die entgegen den Statuten des N. F. gewesen wären, Sie haben sich in dieser Hinsicht — entschuldigen Sie mir den Vorwurf — etwas mystisch ausgedrückt und auf die Korrespondenz zwischen den Direktoren und dem Hauptbüro hingewiesen. Von einer Korrespondenz aber, die eine derartige Transaktion betraf, ist mir nichts bekannt, es wäre daher richtig gewesen, wenn Sie diesen Schriftwechsel näher bezeichnet hätten. Eine zweite Darlehensaktion betrifft, wie Sie alle wissen, Tel Awiw. Auch in dieser Hinsicht habe ich den Vorschlag Ruppins unterstützt und bin dafür eingetreten, der Anglo Palestine Co. für die Errichtung dieser Kolonie ein Darlehen zu gewähren. Ich bereue diesen Schritt nicht, obwohl wir dadurch leider der Privatspekulation eine Gasse eröffnen mußten. Herr Trietsch hat aus diesem Grunde diese Transaktion heftig angegriffen. Es freut mich, konstatieren zu können, daß er heute seine Anschuldigungen nicht mehr aufrechterhält und daß er bekennt, daß Tel Awiw eine Gründung ist, zu der wir verpflichtet waren und die ein wertvolles Aktivum in unserer Kolonisationspolitik in Palästina darstellt. (Zwischenruf des Del. Trietsch.) Heute haben Sie es etwas deutlicher gesagt, so daß auch ich es verstanden habe. Eines muß ich noch sagen gegenüber den Vorwürfen, die hier und da gegen den N. F. erhoben werden, und gegenüber den Vorwürfen von Simon und de Lieme: Alles, was der N. F.. bis jetzt getan hat, ist öffentlich in den Direktoriumssitzungen des N. F. und in den Generalversammlungen geschehen und für alle diese Dinge hat uns der Kongreß das Absolutorium erteilt. Man kann also nicht nachträglich nach vielen Jahren kommen und Vorwürfe erheben, wie sie Levin-Epstein erhebt, die in keiner Weise begründet sind. Es ist weder mir, noch de Lieme bekannt, daß irgendwie oder wann die Verteuerung des Bodens, die durch unsere eigene Gründung erfolgt sein soll, dazu benützt wurde, um das Defizit unserer Wirtschaft zu verdecken. Ich muß eine derartige Behauptung auf das Entschiedenste zurückweisen und dann muß ich auch sagen, daß mir auch ein anderer Gesichtspunkt Epsteins nicht akzeptabel erscheint. Er hat gesagt, daß in einem Augenblicke der Kolonisationsentwicklung die von uns zu leistenden Vorschüsse durch die Entwicklung der Ländereien nicht gerechtfertigt gewesen seien, daß er deshalb mit der Bank in eine Unterhandlung darüber eingetreten sei, was nunmehr zu tun sei, und er habe der Meinung Ausdruck gegeben, wenn es einen Weg gäbe, das Land zu verkaufen, so müsse es verkauft werden, damit es nicht brach liege und den Arabern zur Bearbeitung gegeben werden müsse. Auch das war eine große Notlage in unserer Wirtschaft, mit der wir rechnen mußten. Ich würde nie und nimmer meine Zustimmung dazu gegeben haben, daß in irgendeiner Form auch nur ein zollbreit jüdischen Bodens des N. F. wieder verkauft worden wäre, auch wenn er unter dem Namen von Strohmännern erworben worden wäre. Daran habe ich mich immer gehalten und ich habe in dieser Hinsicht immer die Zustimmung der großen Mehrheit des Kongresses gefunden. Ich komme zur Emekfrage, die für mich auch eine persönliche Note hat, da ich einer der Gegner de Liemes bezüglich dieses Projektes war. 382

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