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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 379

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 379 (sequence 389)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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frei sein. Wenn einer für sich arbeiten will, dann soll er sein Stückchen Boden haben, das er bewirtschaftet. Es soll nur eine gemischte Wirtschaft sein, sonst kommen wir in Palästina nicht vorwärts. Von der gemischten Wirtschaft sprechen wir in Palästina schon seit 30 Jahren, aber es ist nichts getan worden. 2. Man soll Arbeiter in denjenigen Kolonien, wo sie gute Arbeit finden, so kolonisieren, daß man ihnen etwas Boden, einen Stall, Vieh usw. gibt, damit sie sich weiter entwickeln können. Bei dieser Art der Kolonisation könnten wir vielleicht das System Soskins annehmen und intensive Kultur machen. Es wird die Organisation nicht viel kosten, es wird dies aber die Privatinitiative der Arbeiter selbst entwickeln. Man muß drittens für die Stadtbevölkerung Gewerbeschulen in Palästina errichten. Wir müssen dazu Spezialisten, Fachleute nach Palästina bringen. Irgendwo, in Amerika, England oder Deutschland werden sie zu finden sein. Noch einen Vorschlag habe ich im Auftrag der amerikanischen Delegation 'vorzubringen. Man soll von der Exekutive verlangen, daß sie eine Kommission von 3 oder 5 Fachleuten in Kolonisation, vorzugsweise aus Ländern, die Palästina ähnlich sind, wie z. B. Kalifornien, nach Palälästina bringe, die dort ein Jahr lang leben, Land und Leute studieren und dann einen Plan für unsere zukünftige Kolonisation ausarbeiten. Ich glaube, dies ist ein guter Vorschlag. Es wäre gut, daß diese Kommission gleichzeitig kontrolliert, was in Palästina bisher gemacht worden ist und der Exekutive einen vollständigen Bericht darüber gibt, damit wir wissen, ob für das Geld, das gespendet worden ist, in Palästina ein Gegenwert vorhanden ist. Sie müssen wissen, daß diejenigen, die jetzt unsere Kolonisationsarbeit in Palästina leiten, ihre Pläne machen, Geld ausgeben und ihre Berichte einreichen. Eine Kontrolle darüber seitens außenstehender Agronomen und Fachleute haben wir niemals bekommen. Es sind noch viele andere Punkte hinsichtlich der Arbeit von Palästina zu besprechen. Ich hoffe, es wird dazu noch Gelegenheit sein, wenn wir über das Schulwesen in Palästina reden. Ich würde bitten, daß sich jeder, der noch zum Wort kommen wird, sachlich hält; wenn mir nachgewiesen wird, daß das, was ich vorgebracht habe, nicht richtig ist, bin ich sehr zufrieden und werde mich gern überzeugen lassen. Ich verlange dies aber auch von den anderen. (Lebhafter Beifall.) Mitglied des A.C., Justizrat Dr. .]. M. Bodenheimer (deutsch): Hoher Kongreß! Wenn ich hier das Wort zu einer Beurteilung der Palästina-Arbeit und zu einer Rückschau über meine eigene Tätigkeit als Direktor des N. F. ergreife, so erkläre ich, daß ich keiner Fraktion angehöre, daß ich für keine Landsmannschaft spreche, weder für die Fraktion Misrachi, noch für die Linke, weder für den nationalen Einheitsblock, noch für den Binjan Haarez. Ich spreche lediglich aus meiner eigenen freien zionistischen Ueberzeugung und ich glaube, daß ich darum völlig unabhängig bin, unabhängig nicht ganz im Sinne der linken Seite, sondern vielleicht noch unabhängiger dadurch, daß ich nicht mehr Managing-Direktor des N. F., sondern einfaches Mitglied des Direktoriums bin. Wenn hier Kritik geübt wurde, so muß ich auch darüber ein Wort sagen. Es sind natürlich viele Fehler gemacht worden. Unser verewigter Führer Herzl hat Fehler gemacht, Wolffsohn hat Fehler gemacht, die jetzige Leitung und auch Dr. Ruppin machen Fehler. Jeder Mensch, der arbeitet, ein Ziel verfolgt und zu diesem Ziele irgend welche Pläne ausführt, ist nach menschlichen Gesetzen dem Irrtum unterworfen und muß Fehler machen. Dadurch aber, daß wir arbeiten, kommen wir vorwärts. Der größte Fehler, den die Zionistische Organisation oder ihre Führer begehen könnten, wäre, wenn sie mit Rücksicht auf den Umstand, daß vielleicht da oder dort Fehler gemacht werden, nun überhaupt die 379

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