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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 378

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 378 (sequence 388)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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blieben außer dem Defizit. Die Arbeit in den jüdischen Kolonien könnte noch Hunderten von Arbeitern Arbeit geben und gleichzeitig für neue Arbeiter als gute Schule dienen, denn man kann überall etwas lernen. Diese Arbeit in den jüdischen Kolonien führt mich zu den Plänen, die Elieser Joffe vorgeschlagen hat. Ich muß betonen, daß ich da mit keinem Vorurteil spreche; denn ich bin geneigt zu sagen: diese Pläne kommen der Wahrheit am nächsten. Ich sage „am nächsten", weil wir die Wahrheit noch nicht ganz erreicht haben. Die Ziffern balanzieren sich in seinem Buch, aber nicht im Leben; was man in der Theorie annimmt, kann sich im Leben ändern. Mit diesen 62 000 Pfund, die wir für die kommunistischen Arbeiter-Gruppen ausgegeben und die verloren gegangen sind, hätten wir 62 Familien ansiedeln können, die geblieben wären. (Zwischenrufe.) Die Pläne von Moschwe Owdim (Arbeiter-Ansiedlungen) sind nicht ganz neu, sondern reichen schon auf das Jahr 1897 zurück. Da hat man die besten Arbeiter gewählt, 17 Familien, hat ihnen Boden gegeben, den sie allein bebauen sollten, 65—70 Dunam pro Person. So ist Kastinia entstanden! Aber das Resultat ist doch nicht gut. Ich beschuldige die Arbeiter wegen dieses Mißerfolges nicht, denn verschiedene Zufälle kommen immer vor. Aber es ist doch der beste Plan, den wir jetzt haben. Es ist noch ein kleines anderes System, das ich in der Esrastraße ausgeführt habe. Als Kastinia gegründet wurde, waren verschiedene Pläne da und ich habe gesagt: es ist am besten, wenn wir in den Kolonien, wo die Arbeiter beständig Arbeit finden können, ihnen einen Anteil geben, ein Haus mit Stall, Vieh, Geflügel und 10 Dunam Land, so daß sogar die kleinen Kinder den Eltern in der Entwicklung ihres Gutes behilflich sein können, und wenn sie ökonomisch leben werden, so werden sie doch mit der Zeit zu etwas kommen. Die Chowewe Zion hat den Plan nicht akzeptiert, aber eine Gesellschaft in Berlin, Esra — mit a, nicht mit h — hat durch Prof. Warburg, 15 000 frcs. dafür zur Verfügung gestellt. Es sind davon fünf Familien angesiedelt worden, davon sind jetzt vier vollständige Kolonisten geworden durch eigenen Fleiß und durch eigene Arbeit. (Beifall.) Ich gehe zur Städteansiedlung in Palästina über. Dabei soll uns die Erziehung der Kinder helfen, die zu einer Profession angeleitet werden sollen, bei der sie bleiben können. Das Schulsystem in Palästina hat das nicht vorgesehen. Wir haben in Palästina keine Gewerbeschulen. Wir erziehen wohl Professoren, Aerzte, Ingenieure, die nicht in Palästina bleiben, aber keine Handwerker, keine Schuhmacher, Schneider, Mechaniker und Schlosser. Das ganze Geld, das wir im Golus sammeln und nach Palästina bringen, wandert zu den Arabern, weil wir bei ihnen alles kaufen müssen. Wir haben nicht die Möglichkeit, durch eigene Gewerbetreibende von den Arabern Geld zurückzubekommen. Es ist bezeichnend, daß viele Kinder der besten Kolonisten, von denen wir gehofft haben, daß sie sich zum Vorbild des palästinensischen Bauern ausbilden werden, sich wieder dem Studium widmen und die Landarbeit der älteren Generation überlassen. Daran hat nur unser Erziehungswesen schuld. Ich will aber nicht nur kritisieren, sondern auch positive Vorschläge machen. Wir müssen mit unseren finanziellen Möglichkeiten rechnen, wir müssen das Budget, das wir zu bekommen hoffen, richtig verwenden, wir müssen positive, konstruktive Arbeit leisten, dann wird uns auch das Volk mehr Geld geben. Ich schlage also vor, daß wir erstens in den Plänen des Hapoel-Hazair fortschreiten und ich bin zufrieden, daß sich einige auf das Programm geeinigt haben, daß man den kleinen Kolonisten in Palästina vorläufig aus denjenigen Arbeitern rekrutiert, die schon lange in Palästina gearbeitet und bewiesen haben, daß sie dazu fähig sind. Wenn diese dann untereinander kooperieren wollen, wenn sie ihre Arbeit zusammentun wollen, dann können sie es wohl, aber es soll nicht Pflicht sein. Es soll jeder 378

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