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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 377

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 377 (sequence 387)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Delegierter Levin-Epstein (fortfahrend): Was war das Resultat dieses Boykotts? Die jüdischen Arbeiter sind aus den Kolonien heraus- und arabische Arbeiter sind hineingekommen. Das Geld, das früher in die jüdischen Taschen geflossen ist, ist nun in die Hände der Araber gekommen und die Zionistische Organisation mit ihren sehr beschränkten Mitteln hat für die Arbeitslosen Arbeit schaffen müssen, was gar nicht nötig war. (Lebhafte Zwischenrufe des Delegierten Jabniel. — Der Vorsitzende mahnt ihn in hebräischer Sprache zur Ruhe.) Ich will nur eine Tatsache konstatieren. Im Dezember 1918 sind zwei Delegierte der Arbeiter gekommen — ich glaube, sie gehörten beide den Poale Zion an — und haben gesagt: es sind 60 Arbeitslose da, man solle für sie Arbeit schaffen. Nach dem Kriege waren mir die neuen Verhältnisse nicht bekannt, ich war neu im Lande. Ich fragte: Welche Arbeit soll man für sie schaffen? Dr. Eder war damals Geschäftsverwalter der Zionistischen Organisation, ich Schatzmeister. Die Herren haben folgendes gesagt: Es sind zwei Stücke Land da, die den Chowewe Zion gehören und nicht kultiviert werden. Die Organisation kann jetzt dieses Land für Kultur vorbereiten. Vielleicht ist es etwas teuer, aber 60 Arbeiter können Beschäftigung bekommen. Wir haben zugestimmt und gefragt, wieviel das kosten wird. Sie haben gesagt: 500 Pfund für jedes Stück und wir haben sofort 500 Pfund für das erste Stück, neben Rischon Lezion, zur Verfügung gestellt und haben gesagt: Wenn das fertig ist, werden wir das vielleicht auch mit dem zweiten Stück, neben Petach Tikwah machen. Wissen Sie, was das Resultat war? Nach zwei Wochen waren nicht 60 Arbeiter unbeschäftigt, sondern 150, die dann auf 200 gestiegen sind. Wie ist das gekommen? Während die Arbeiter in den Kolonien 3—4 Schillinge bekommen haben, hat diese Gruppe, die das Geld selbst verwaltet hat, ihren Mitgliedern 5 Schillinge per Tag bezahlt und darauf haben die anderen Arbeiter ihre Arbeit weggelegt und sind daher gekommen und forderten, in diese Gruppe aufgenommen zu werden. Nun sind diese zwei Arbeiterführer gekommen und haben selbst gesagt: Das geht nicht. Ich habe mich bemüht, eine positive Lösung der Frage zu finden, wie man den jüdischen Arbeitern einen Lohn zahlen kann, daß sie existieren können, ohne den Kolonisten so zu belasten, daß er nicht existieren kann. Wir sind zu einer größeren Versammlung gegangen, die zwischen den Arbeitern und Kolonisten stattgefunden hat. Wir haben gewußt, daß die Arbeiter mit dem damals existierenden Gehalt nicht auskommen können. Das war klar. Dagegen war nicht klar, was der Kolonist zahlen kann. Da hat einer der Kolonisten aus Petach Tikwah gefragt: Wieviel gibt der beste Zionist in Rußland für den Zionismus aus? Ich bin bereit, den Juden 25% mehr zu geben, als ich den Arabern bezahle. Da keine Möglichkeit bestand, das zu kontrollieren, so mußten wir das als das Maximum, das von den Kolonisten zu erwarten ist, akzeptieren. Wir wußten aber auch, daß das für den Arbeiter noch nicht genug ist. Da habe ich den Vorschlag gemacht, daß die Zionistische Organisation einspringen und in jeder Kolonie, wo jüdische Arbeiter beschäftigt sind, Häuser bauen soll, damit sie umsonst wohnen können, und Küchen, um die eigene Wirtschaft billiger führen zu können, und für die medizinische Hilfe aufkommen soll. Die Arbeiter haben das nicht akzeptiert und mir vorgeworfen, daß ich dafür sorge, daß der Kolonist billige Arbeiter bekomme. Das ist falsch, denn der billige Arbeiter ist arabisch. Der Hauptgrund lag darin, daß sie nur kommunistische Gruppen haben wollten. Was ist aus diesen Gruppen geworden? Ein Herr hat früher gerufen: Daganiah. Ja, das ist richtig. Daganiah war wohl erfolgreich, aber als die einzige von 40 Gruppen. Das ist dann wohl eine Ausnahme und keine Regel. Wo sind die anderen Gruppen hingekommen? Wo ist die Gruppe von Mikweh Israel, Rischon le Zion, Rechoboth, Ekron und viele andere. Nichts ist von diesen ge- 377

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