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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 376

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 376 (sequence 386)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Konsumartikel. Es ist auch sehr nützlich, wenn man die Produkte sammelt und sie auf einmal verkauft, es ist auch gut, wenn man das Rohmaterial zusammen verarbeitet, wie die Weinkooperative in Palästina oder die Milchwirtschaft in der ganzen Welt. Aber die Arbeit und der Ertrag selbst dürfen nicht kooperativ aufgeteilt werden. Das ist nur schädlich. Eine Kooperative ist nützlich, wenn sie mit eigenen Kräften geschaffen wird, wenn jedes Mitglied sein eigenes Geld hineingesteckt und etwas zu riskieren hat. Wenn etwas mit fremdem Geld geschieht, ist es meistens ein Mißerfolg. Die Konsumkooperativen in der ganzen Welt sind doch sehr erfolgreich. Wir haben sie auch in Palästina ausprobiert und unsere zwei Kooperativen haben von der Zionistischen Organisation 11 000 Pfund als Anleihe bekommen als Grundlage für ihre Operationen und das Geld ist fast ganz verloren gegangen. (Delegierter Javneeli: 80% von dem Geld ist bereits abgezahlt!) So lange ich Schatzmeister der zionistischen Kommission in Palästina war, hat man das Geld nicht zurückgezahlt. (Delegierter Javneeli: Aber seither!) Wenn es später zurückgezahlt wurde, dann können Sie es ja berichtigen. (Delegierter Javneeli macht in hebräischer Sprache fortgesetzt heftige Zwischenrufe.) Präsident Sokolow: Ich ersuche den Delegierten Javneeli den Redner nicht zu unterbrechen. Delegierter Levin-Epstein (fortfahrend): Ich habe gesagt, ich werde erklären, warum diese Kooperativen nicht erfolgreich waren. Wenn sonst sich eine Kooperative bildet und sich, sagen wir, 1000 Mitglieder zusammentun, dann bringt jedes Mitglied eine gewisse Summe Geldes, der Geschäftsführer kauft alles auf gemeinsame Rechnung und die Mitglieder tragen gemeinsam das Defizit. Wird der Artikel, den der Geschäftsführer gekauft hat, auf dem Markte teuerer, dann hat er ein gutes Geschäft gemacht und umgekehrt. Da aber die Kooperativen in Palästina nicht mit eigenem Kapital geschaffen wurden, sondern zum großen Teil mit von der Organisation geborgten Geld, war nicht das nötige Verantwortungsgefühl vorhanden, um zu wissen, daß man Verluste aus eigener Tasche decken muß. Wenn das Produkt auf dem Markte gefallen ist, hat man dann nicht bei der Kooperative gekauft, sondern ist dorthin gegangen, wo die Ware billiger war. Da hat die Kooperative die Preise heruntersetzen müssen und dadurch Geld verloren. Ich will zur Beruhigung des Herrn sagen: Wenn später die Kooperative das Geschäft gut gemacht hat, und wenn sie gezahlt hat, so kann er mich berichtigen. Soweit ich weiß, wurde das Geld nicht gezahlt. Ich kann mich aber auch irren. Da aber die Führer unserer Arbeiter in Palästina die Organisation zwingen wollten, diese Arbeitskooperative-Kolonisation weiter fortzusetzen, so haben sie auf künstlichem Wege nolens volens Arbeitslose in Palästina geschaffen. Man hat die Losung verbreitet, ein Jude darf nicht bei einem jüdischen Kolonisten arbeiten, er muß selbständig werden. Das ist sehr schön, ich möchte auch Unabhängigkeit haben. Aber ich glaube, wir sind alle von einem anderen abhängig. Man hat fast einen Boykott gegen die jüdischen Kolonisten arrangiert. (Zwischenrufe.) Ich spreche nicht zu einer Person oder Fraktion, sondern zum ganzen Kongresse und den interessiert es, das zu wissen. (Beifall.) Ich will noch etwas sagen. Ich spreche nicht gegen irgendwelche Personen, ich will den richtigen Weg finden, wie Palästina anzusiedeln ist. (Zwischenrufe.) Präsident Sokolow: Ich bitte, lassen Sie sich nicht unterbrechen und lassen Sie sich nicht in Unterhaltungen ein! 376

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