Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 381)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ausführung der von der Zionistischen Organisation unternommenen gartenstädtischen Siedlungen sowie die Beratung und Förderung der Privatinitiative auf diesem Gebiete obliegt." Und schließlich, geehrter Kongreß, wenn ich das eben Gesagte betrachten darf als eine Begründimg des Vorschlages, den Ihnen die Exekutive auf Grund der Kolonisationskonferenz in London macht, so darf ich jetzt vielleicht, — wenn auch nicht in die Diskussion eingreifen, — so doch Ihnen das Resultat einer ausführlichen Beratung mit Freunden und Kennern unserer Kolonisation in Form von Resolutionen vorlegen, und Sie werden mir gestatten, diese Resolutionen mit einigen Worten zu begründen. Es wird beantragt, die nachstehenden Leitsätze anzunehmen: 1. „Unsere Kolonisation muß von den Erfordernissen und Möglichkeiten des Volkes und von der gegenwärtigen Lage ausgehen.u Damit soll gesagt sein: Bisher hat man sich viel zu sehr von den Verhältnissen, — von den vermeintlichen oder tatsächlichen Verhältnissen — des Landes, bestimmen lassen. Das ist grundfalsch. Der bestimmende Faktor bei der jüdischen Kolonisation in Palästina ist unser jüdischer Mensch (Sehr richtig!) und seine Fähigkeiten. 2. „Wir brauchen Kolonisationsformen, deren Kosten die Kolonisation breiten Schichten sowohl selbständiger wie unterstützter Ansiedler ermöglich t." Es ist ein Hauptfehler unserer bisherigen Kolonisation gewesen, und ich darf sagen, der absolute Mißerfolg unserer Kolonisationsarbeit in den vergangenen Jahren und besonders im letzten Jahre ist in allererster Linie hierauf zurückzuführen, daß man in einer unglaublichen Verkennung der Tatsachen und verführt durch unglaublich falsche Rechnungen gemeint hat, eine Kostenziffer von 1000 bis 2000 Pfund pro Familie bei unterstützter Kolonisation annehmen zu müssen. Mit 1000 bis 2000 Pfund per Familie bei unterstützter Kolonisation bekommen Sie vielleicht Summen von gedankenlosen Juden, die hierbei nicht rechnen, oder von Fonds, deren Verwalter nicht rechnen. Eine volksmäßige Kolonisation können Sie bei einer auch nur entfernt ähnlichen Summe nicht durchführen. Es ist uns dargelegt worden daß eine landwirtschaftliche Kolonisation mit 200 bis 300 Pfund durchführbar ist. Das ist kein Unterschied der Ziffern und des Grades, sondern ein Unterschied wie ja und nein, — wie möglich und unmöglich, wie Erfolg oder Untergang. Sie werden dazu kommen müssen, auch auf diesem Kongresse durch eine spezielle Kommission, der die Nachprüfung dieser Unterlagen obliegen wird, festzustellen, daß nur durch unglaublich leichtsinniges Rechnen solche undenkbare Ansiedlurigsziffern verbreitet werden konnten, und daß diese Ziffern die Grundlagen unseres Werkes in der entscheidenden Zeit dieses letzten Jahres bleiben durften! 3. „In allen Formen unserer Kolonisation (Ackerbau, Gartenbau, städtische Kolonisation) müssen intensive Methoden unter Bedachtnahme auf die Fortschritte der Technik und die Vorteile des Genossenschaftswesens angewendet werden.4' Hier soll das Prinzip des Intensivismus ausgedrückt sein, das Soskin vorgetragen hat, daß unsere neuen Einrichtungen 24* 371