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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 368

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 368 (sequence 378)
Language
German, English, Hebrew
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auch diejenige, die am besten von außenher Gelder heranziehen wird und die auch am ehesten imstande ist, die eigene Weiterfinanzierung durchzuführen. Hat einmal ein von außen kommender Faktor — in unserem Falle die Zionistische Organisation oder eines ihrer Institute — die Grundlagen in gesunder Form gelegt, so ist bereits die einzelne Gartenstadt in der Lage, ihre Weiterentwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Das folgende Beispiel wird dies erklären: Sind einmal die etwa 10 000 Dunam Land erworben, die der Durchschnittsgröße unserer bisherigen landwirtschaftlichen Kolonien von durchschnittlich 200 Einwohnern entsprechen, die in unserem Falle aber für eine Gartenstadt von 20000 Einwohnern ausreichen würden, so würde schon die Ansiedlung der ersten etwa 3000 Einwohner ausreichen, um ein in vielen Hinsichten besseres Tel-Awiw aufzubauen und noch fast 9/io des Bodens freizuhaben. Nunmehr hätte eine vernünftige Bodenpolitik einzusetzen, um das weitere Anwachsen der Gartenstadt sicherzustellen. Unter einer derartigen Bodenpolitik verstehe ich eine solche, die eine gesunde Mitte hält zwischen der wüsten Spekulation, die in Tel-Awiw die Niederlassung unmäßig vertreuert, und dem anderen Extrem, das vielleicht solche Böden unbegrenzt zum Einkaufswerte oder einer ähnlichen Ziffer weitergeben möchte. Zwischen diesen beiden Extremen wird die beste Bodenpolitik darin bestehen, Privatgewinne — etwa über die legitime landesübliche Verzinsung hinaus — auszuschließen, den reellen Mehrwert des Bodens aber, der aus dem städtischen Charakter der bereits bestehenden Gartenstadt heraus erfolgt, der Weiterentwicklung der Gartenstadt selbst zugute kommen zu lassen. Praktisch gesprochen: wenn wir den Boden für eine Gartenstadt zu 5 oder 10 Lstr. pro Dunam erwerben, so ist dieser Boden — zum mindesten nach der Ansiedlung der ersten etlichen tausend Einwohner — sehr leicht zu einem Preise zu berechnen, der, ohne an spekulative Ziffern heranzureichen, dennoch der Gartenstadtverwaltung die Möglichkeit gibt, ihre Einrichtungen, wie Straßen, Verkehrsverbindungen, öffentliche Gebäude usw. derart auszugestalten, daß die wachsende Stadtkolonie mit ihren stetig vermehrten Vorteilen eine immer größere Anziehungskraft ausübt. In Tel-Awiw wirkt der Preis von 400—1000 Lstr. pro Parzelle von 1000 Quadratellen auf die meisten hinderlich und abschreckend. Ein Parzellenpreis von etwa Vio dieser Summe fällt neben den Kosten des Hausbaus nicht sehr ins Gewicht. In der neuen Gartenstadt wird man Land und Haus billiger haben können als in Tel-Awiw den Boden allein, und die von vornherein auf Gemeinnützigkeit eingestellte Politik unserer neuen Siedlungsform wird bestrebt sein, den Ansiedlern größere Vorteile zu bieten, als dieses Tel-Awiw, das trotz seiner Mängel bisher ja doch unsere beste kolonisatorische Leistung gewesen ist. Mit einer solchen Bodenpreispolitik werden wir sehr schnell Tausende von neuen Ansiedlern heranziehen, wenn erst seitens der Organisation oder seitens organisierter Privatinitiative ein tüchtiger Anfang vorliegen wird. Wenn dies aber hinreichend klar ist, so haben wir sogar eine Kreditbasis für die Ausgestaltung der Gartenstadt, und noch bevor der Verkauf der Parzellen der Stadtgemeinde die Mittel für bessere Gestaltung ihrer Einrichtungen gibt, kann ihr der Weg eines gesunden Kredits dazu verhelfen und die Enwicklung beschleunigen. Schon der Hypothekenkredit wird wesentlich erleichtert und könnte unter Umständen bis zur vollen Kostensumme des Häuserbaues ausgedehnt werden, wenn das billig erworbene Land, das durch die städtische Siedlungsform einen hohen Mehrwert repräsentiert, mit zur Sicherung der Hypotheken verwendet werden kann. Dabei müßten natürlich nicht nur die zu dem geplanten Hause gehörigen Parzellen, sondern auch das im Werte hoch 368

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