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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 367

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 367 (sequence 377)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4667-3480811
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Der Häuserbau und alles, was damit zusammenhängt, werden für die nächste absehbare Zeit bei der zu erwartenden raschen Zunahme der Einwanderung 50 % der Arbeitskräfte beschäftigen können. Rechnen wir weitere 10 % auf die nötigsten Handwerke und Industrien und auf verschiedene Spezialberufe (worunter beispielsweise die für den Export berechneten kunstgewerblichen Industrien eine große Rolle spielen können, daneben etwa Uhren- und Zigarettenindustrie u. dergl.) nochmals 10 %, weitere 10 % für die freien Berufe einschließlich der Beamten und Angestellten, und schließlich etwa 20 % für öffentliche Arbeiten, die mit der Ausgestaltung der Gartenstadt zusammenhängen, so haben wir unsere 100 % beisammen, und zwar in einer solchen Form, daß jede der genannten Kategorien — zum mindesten in der ersten Zeit — auch wesentlich mehr Berufstätige aufnehmen kann. Dabei sind zwei sehr wichtige Arbeitszweige noch ganz außeracht gelassen, deren Betätigung schon im Falle von Tel-Awiw sehr in die Augen springt: das Hotel- und Pensionswesen und der Erziehung s- und Schulbetrieb. In Tel-Awiw waren Anfangs 1921 ca. 50 Hotels, Pensionen, Mittagstische und dergleichen. Viele Einwanderer werden ja auch fernerhin nicht gleich ihre fertigen Häuser und Heimstätten vorfinden, viele werden sich auch erst einmal im Lande umsehen, bevor sie sich betreffs des definitiven Niederlassungsortes entschließen. Andere, die sich bereits für die betreffende Gartenstadt entschlossen haben, werden auf die Fertigstellung ihrer Häuser oder auf die Ankunft ihres Mobiliars usw. zu warten haben und inzwischen sehr froh sein, wenn sie in einem Hotel oder in einer Pension Unterkunft finden. Schließlich werden auch Touristen und andere Besucher des Landes sich über die vorläufig nicht allzu zahlreichen Unterkunftsmöglichkeiten verteilen und das Hotel- und Pensionsgewerbe der Gartenstädte in Nahrung setzen. Aber auch das Erziehungswesen hat seine erhebliche materielle Seite. Das hebräische Gymnasium in Tel-Awiw hatte schon vor dem Kriege über 50% vom Ausland gekommene Schüler, die im Budget des Gymnasiums, aber auch in der Wirtschaft von Tel-Awiw eine sehr erhebliche und wahrscheinlich die allergrößte Rolle spielten. Die neue Gartenstadtkolonisation wird auf das Erziehungswesen in jedem einzelnen Falle sehr großes Gewicht legen. Nicht nur soll im allgemeinen derjenige Typus von Erziehung die Hauptrolle spielen, in welchem die Kinder für ihre künftige Existenz im Lande erzogen und herangebildet werden sollen, sondern es soll auch durch Internate und ähnliche Einrichtungen jeder vernünftigen Eventualität weitgehend Rechnung getragen werden. Ganz planmäßig soll auch dahin gestrebt werden, von der jüdischen Waisenerziehung soviel als möglich nach Palästina zu verlegen, wie auch überhaupt Erziehungsverhältnisse zu schaffen sind, die es solchen Juden des Auslandes, die zu einem späteren Zeitpunkt nach Palästina kommen wollen, ermöglichen, ihre Kinder dorthin zu schicken, ähnlich der Entwicklung, die seit der Gründung des ersten hebräischen Gymnasiums ihren Anfang genommen hatte. Neben allen diesen Erwerbsmöglichkeiten für eine gartenstädtische Kolonisation wird auch — wiederum ähnlich wie in Tel-Awiw — der Typus des bessergestellten Berufslosen oder des kleinen Rentners nicht fehlen. Schon in jeder normalen Volkswirtschaft spielen auch die Berufslosen eine ziemliche Rolle. Als Konsumenten vergrößern sie den Markt der Berufstätigen. Politisch zählen sie ebenfalls, und auch die Beziehungen zwischen Palästina und der jüdischen Welt können durch solche Einwohner eine sehr wünschenswerte Verstärkung erfahren. Gerade die gartenstädtische Form der Kolonisation ist nicht nur die billigste, sondern 367

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