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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 366

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 366 (sequence 376)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4666-3480810
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Gemüse, Obst und Geflügel eine Fläche von 400 qm pro Familie für ein geeignetes Maß, doch schwanken die tatsächlichen Gartengrößen meist zwischen 200 und 500 qm. Im Klima Palästinas können wir hiernach sicher mit einem Maximum von einem Dunam oder auch 1000 qm für Wohnhaus, Garten, Straßenanteil usw. rechnen, aber auch die Hälfte würde schon reichlich sein. Das Bodenausmaß richtet sich selbstverständlich nach der Kopfzahl der Familie, nach dem Gelände und anderen Erfordernissen des Einzelfalles. Wo ein landwirtschaftlicher Betrieb dicht neben der eigentlichen Gartenstadt vorgesehen wird, der auch zu hauptberuflichem Gartenbau, zu Viehzucht und Ackerbau, event. auch zu Baumzucht in größeren Beständen Veranlassung gibt, wird man die Hausgärten kleiner wählen können als in Fällen, wo eine landwirtschaftliche Peripherie oder dergleichen nicht in Frage kommt. Man kann auch zunächst mit etwas größeren Parzellen rechnen, um im Laufe einer Reihe von Jahren, in denen man zur stärkeren Intensivierung der Bewirtschaftung und zu einer dichteren Bevölkerung gelangt, auf ein gartenstädtisches Normalmaß von etwa 500 qm zurückzugehen, das bei der starken Sonne und bei bequemer Bewässerungsmöglichkeit eher zu groß als zu klein sein dürfte. Dies wird auch durch die neuesten Entwicklungen in Palästina selbst bestätigt. Schon die gegenwärtige städtische Wohnweise in Palästina ist so außerordentlich unbefriedigend, daß die dortigen Juden selbst und von sich aus immer mehr aus der Stadt herausstreben. Dabei schwebt ihnen immer — mehr oder weniger klar — die Verbindung von Haus und Garten und die Benutzung der Gärten zum Zwecke der teilweisen Selbstversorgung vor. Anfangs des Jahres 1921 gab es in Jaffa und Jerusalem, Haifa und Tiberias etwa 20 mehr oder weniger fest organisierte Gruppen zur Gründung von neuen, mehr oder weniger gartenstädtischen Quartieren außerhalb dieser Städte, und diese Bestrebung hätte längst noch viel weitere Kreise ergriffen, wenn die Möglichkeit der Durchführung näher gelegen hätte. Wo es sich um Garten vor städte handelt, die sich in der Hauptsache aus Einwohnern der betreffenden Städte rekrutieren, und wo der bisherige Beruf in Anbetracht der Nähe der Arbeitsstelle oder des Absatzmarktes beibehalten werden kann, liegt die Sache einfach genug. Die weiträumigere Wohnweise und die Selbstversorgung sind so große Vorteile, daß etwaige Nachteile dagegen verschwinden, und vor allen Dingen fällt das Berufsproblem in diesem Falle fort. Anders ist es, wenn eine Gartenstadt abseits von den bisherigen städtischen Zentren gegründet wird. Hier wird es sich in den meisten Fällen um neue Einwanderer handeln, die sich ohnehin erst eine neue Existenzunterlage schaffen müssen. Bezüglich der Berufe, in denen sich die Einwohner der Gartenstadt betätigen können, mag man Zweifel hegen können, wie es aussehen wird, wenn einmal eine Bevölkerung von vielen hunderttausend Juden in Palästina gartenstädtisch angesiedelt sein wird. Ich selbst bin der Ansicht, daß die unendliche Vielfältigkeit der jüdischen Berufsschichtung in der ganzen Welt bis dahin auch in Palästina zum Ausdruck gekommen sein wird. Andere mögen anderer Ansicht sein, aber keinesfalls kann ich sehen, wie bereits im Anfang einer gartenstädtischen Kolonisationsform — d. h. für die nächste Reihe von Jahren — eine solche Verlegenheit eintreten kann. Im Ausbau der gartenstädtisehen Kolonisation liegen — zumindesten für diese erste Zeit — so große Betätigungsmöglichkeiten, daß wir für jede verfügbare Menschenzahl in diesem Teil unseres Aufbaues Verwendung haben. 366

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