Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 359 (sequence 369)
- Language
- German, English, Hebrew
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handen. Vorläufig werden sie allerdings in Zelten bleiben müssen; früher oder später müssen wir aber Häuser bauen. Es ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit der Einwanderer, sondern auch eine Frage der Kosten. Die Camps sind billiger, haben aber keine große Lebensdauer und dann ist das Leben in den Zelten doppelt so teuer als unter besseren Lebensbedingungen. Ich habe schon betont, daß die Frage der Einwanderung eng mit der Frage der Arbeit zusammenhängt. Die Arbeit aus Palästina kommt jetzt aus drei Quellen: 1. von der Regierung, die in großem Maße eine direkte Arbeitgeberin ist und indirekt durch die Vergebung der öffentlichen Arbeiten, 2. von der Zionistischen Organisation und 3. von privaten Unternehmern. Die Regierung ist eine direkte Arbeitgeberin, indem sie zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeit bietet in der Verwaltung, im Polizei- und Eisenbahndienst, in der Gendarmerie usw. Doch ergeben sich Schwierigkeiten wegen des Lohnes bei der Polizei und in anderen Aemtern. Im Immigrationsdienst beträgt die Zahl der Juden ungefähr 700, bei den Eisenbahnen 4—500, in der Polizei ist ihre Zahl jetzt sehr niedrig, in die neue Gendarmerie kommen vielleicht 120—150. Indirekte Arbeitgeberin ist die Regierung bei der Eisenbahnkonstruktion, beim Haus-, Gefängnis- und Spitälerbau usw. Hier möchte ich ein Mißverständnis korrigieren. Außer den jüdischen Arbeitermassen in Palästina gibt es keine großen Massen von Arbeitern. Die Araber sind fast alle mit ganz kleinen Ausnahmen in der Landwirtschaft beschäftigt; sie leisten nur in der Zwischenzeit nichtlandwirtschaftliche Arbeiten. Wenn nicht Juden da wären, müßte die Regierung Arbeiter aus anderen Ländern importieren. Während des Krieges waren 100 000 Aegypter für verschiedene Arbeiten der Militärverwaltung tätig. Ich kann Ihnen ein Beispiel dafür geben, wie die Juden benötigt werden. Ende April sollten 200 ägyptische Arbeiter des Militärdienstes durch Juden ersetzt werden. Diese weigerten sich infolge der ungünstigen Bedingungen, die Arbeit zu übernehmen. Verwalter Herr Morris suchte 200 Araber, um die Aegypter zu ersetzen, konnte sie aber nicht finden, d. h. es waren keine 200 Personen außer den Juden da, die ohne Arbeit waren. Auch die militärische Verwaltung ist wie die Regierung Arbeitgeberin, z. B. bei der Chausseearbeit, beim Häuserbau, zum kleinen Teile bei den Eisenbahnen. Es besteht die Hoffnung, daß wir im nächsten Jahre für 150—200 Arbeiter bei den Arbeiten der Regierung Platz finden werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Aegypter, die jetzt im Lande sind und unter der militärischen Verwaltung eine Arbeitergruppe bilden, durch Juden zu ersetzen. Wir haben schon eine kleine Probe gemacht und eine Gruppe von 181 Aegyptern durch dieselbe Zahl von Juden in einer Arbeitergruppe ersetzt. In der Zukunft werden wir hoffentlich alle Aegypter durch Juden ersetzen können. Es sind ungefähr 2000 Aegypter im Lande, die nach ihrem Lande zurückgehen würden und durch Juden ersetzt werden könnten. 359