Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 368)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Wer sich in Palästina niederlassen will, muß ein Visum von einem britischen Konsul oder einer britischen Paßstelle haben, denen er nachweisen muß, daß er zu einer der erwähnten Klassen gehört. Angehörige freier Berufe haben ihre Diplome oder sonstige unzweifelhafte Nachweise ihrer Berufsangehörigkeit vorzulegen. Ich könnte Ihnen — es würde sich lohnen — über die verschiedenen Kategorien Näheres erklären. Ich glaube, es wird uns möglich sein, die Einwanderung doch etwas zu ermöglichen. Wir haben mit der Regierung seither verschiedene Auseinandersetzungen gehabt und manches erreicht. Gibt es z. B. einen Mangel an verschiedenen qualifizierten Arbeitern, z. B. Maurern oder Zimmerleuten, so soll die Organisation das Recht haben, Zertifikate auszugeben und diesen Mangel zu beheben. Anstatt der alten Zertifikate kommen die neuen Regeln in Betracht. Die verschiedenen Ansichten der Regierung und der Zionist Commission sind in dem Briefwechsel niedergelegt, den ich aber hier nicht verlesen will. Ich habe Ihnen unsere Ansicht kundgegeben. Ich habe sie nun der Regierung mitgeteilt und die Antwort bekommen, daß die jetzigen Reglements nicht temporäre, sondern bleibende sind. Ich erhoffe vom Kongreß, daß er die Zionist Commission unterstützen und durchsetzen wird, daß die Immigration in den Händen der zionistischen Bewegung bleiben muß. (Beifall.) Es ist keine Frage, daß wir sie nicht aus unseren Händen geben können und daß sie nicht unter der Kontrolle der Regierung bleiben kann, welche nach unseren Erfahrungen unter dem Einflüsse anderer Motive als der unsrigen steht. Auf die Frage der für die Immigration bestimmten Einrichtungen brauche ich nicht ausführlich einzugehen. Ich gebe zu, daß unsere Maschinerie in verschiedenen Palästinaämtern nicht auf der Höhe war. Es war für unsere Palästinaämter eine ganz neue Bewegung; aber das ließe sich leicht verbessern. Wir werden der Regierung vorschlagen, zu dem Modus vom vorigen Jahre, Zertifikate auszugeben, zurückzukehren. Die verschiedenen Palästinaämter in Warschau, Konstantinopel, Berlin und Wien werden noch die Aufgabe der Auswahl der Immigranten in der Weise haben, wie ich es schon auseinandergesetzt habe. Ich möchte kurz die Frage des Transportes erwähnen. Für uns ist es billiger, wenn eine Anzahl von Immigranten auf einmal kommt. Es ist ein großer Gewinn, wenn wir 4—500 Chaluzim auf einem Schiffe bekommen können. Unsere Aufgabe beginnt, wenn das Schiff in unseren Häfen ankommt. Die früher erwähnten Auslagen von 5 Pfund pro Kopf beziehen sich auf einen durchschnittlichen Aufenthalt der Neuankömmlinge von 15 Tagen. Der Besitz unserer Chaluzim in Jaffa wurde in den Maitagen zerstört. Wir haben neue Immigrationscamps in Tel Awiw aufgestellt und für eine provisorische Unterkunft gesorgt. Auch in Haifa sind in der Nähe des Technikums Vorkehrungen für die Aufnahme der Einwanderer vor- 358