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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 350

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 350 (sequence 360)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4650-3480794
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zweckmäßigen Organisation aller Zweige und insbesondere des Bauwesens mit diesem Betrage die Ansiedlung eines Kolonisten bewerkstelligt werden kann. Die wenigen Dunam Land, möge es noch so teuer sein, fallen nicht ins Gewicht. Die Anlage der Bewässerung, auf die Fläche verteilt, ist auch nicht kostspielig. Der Ansiedler braucht wenig Geräte und wenig Vieh. Bleibt das Haus, der Hauptausgabepunkt. Wenn dieses etwa 150 Pfund kostet, was bei gleichzeitiger Errichtung von 500 Häusern gut möglich ist, besonders wenn Bauweisen zur Anwendung kommen, bei denen das Material leicht zu beschaffen ist, so wird es klar, daß der Betrag von 300 Pfund per Familie ausreichen kann. In der vorhin von mir zitierten spanischen Kolonie Monte Algaida kosteten die schmucken Häuschen aus Zementblöcken im Ausmaß von 12 X 5 m, das ist eine bebaute Fläche von 60 m2, nur 3000 Peseten 120 Pfund. Ein weiterer Hauptposten war die Herrichtung des Navazo, der Aushöhlung, auf deren Sohle die Kulturen angebaut wurden. Es mußten ja 6000 bis 10 000 Kubikmeter Sand per Parzelle ausgegraben und abgefahren werden. Dies kostete durchschnittlich 2500 Peseten 100 Pfund. Bei uns dürfte der Boden und seine Herrichtung samt Bewässerungsanlage nicht mehr als 60 bis 70 Pfund per Kolonist kosten. Der Restbetrag bis 300 Pfund wird ausreichen, um das nur geringe Inventar anzuschaffen und den Mann mit Familie bis zum Beginn der Produktion zu ernähren. Ein Konsumverein muß von vornherein für die billigste Herbeischaffung aller notwendigen Bedarfsartikel sorgen, wie überhaupt das größte Gewicht auf eine gute Organisation der Kolonie von Anfang an gelegt werden muß, eine Organisation des Absatzes in erster Linie, des Kredites, des Konsums, der kommunalen Betriebe usw. Moderne Kolonisation ist nicht allein Produktion, sondern vor allem Organisation. Wir müssen tüchtige Organisatoren mit persönlicher Erfahrung zur Mitarbeit an einer solchen Kolonisation heranziehen, wie wir überhaupt die Mitarbeit der besten Sachverständigen, woher wir sie auch bekommen mögen, in Anspruch nehmen müssen. Wenn wir dem Betrag von 300 Pfund per Familie den bisher als notwendig bezeichneten Betrag von nicht unter 1000 Pfund — ich spreche schon gar nicht von den erst neulich geforderten 1200 bis 1500 Pfund — gegenüberstellen, so ist die Schlußfolgerung nicht schwer zu ziehen. Wir können intensiv kolonisieren, indem wir Land und Geld sparen. Ich denke, das sind Vorzüge genug für das empfohlene System. Ziehen wir die Schlüsse aus dem Gesagten, so gelangen wir 1. zu dem eingangs des Referates erwähnten Ergebnis, nämlich zu der für uns so wichtigen Möglichkeit des friedlichen Beieinanderlebens mit unseren arabischen Nachbarn. Wir brauchen ihnen das Land nicht zu nehmen, denn wir haben dafür keine Verwendung. Unser Kolonisationssystem versetzt uns in die Lage, 350

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