Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 347

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 347 (sequence 357)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4647-3480791
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Inventar vor, eine Mühle, eine Bäckerei, ein Arzthaus mit Apotheke, ein Administrationshaus, ein Versammlungslokal, Magazine, Schule und Wohnhaus der Lehrer. Fast genau so, wie ich es in meinem Projekte vorsehe. Die Kolonisten bilden eine Genossenschaft für den Vertrieb der Produkte, einen Konsum-, einen Kreditverein usw. Was ich Ihnen für Palästina empfehle, besteht schon anderswo. Es würde zu weit führen, wollte ich Ihnen hier noch mehr Einzelheiten über diese Kolonie mitteilen. Ich kann aber nur eines sagen: Kolonien, wie ich sie vorschlage, sind möglich und lebensfähig und bilden gewissermaßen das letzte Wort landwirtschaftlicher Technik und sozialer Organisation. Ueber die innere Kolonisation Spaniens, über seine Bewässerung, die in der Hauptsache noch auf den Werken der früheren arabischen Eroberer beruht, und über die intensive Kultur von Valencia und anderen Orten Süd- und Ostspaniens werde ich ausführlich berichten in einer Arbeit, die noch in Vorbereitung ist. Was ich in Spanien und dann später in China, Japan und Kalifornien sah, hat mich in meinen Ideen über intensive Landwirtschaft und in Anwendung auf Palästina über intensive Kolonisation noch mehr bestärkt. Was ich vorschlage, ist nicht nur möglich, es ist der einzige Weg. Und hierbei handelt es sich nicht um die Forderung der Kleinsiedlung auf bewässerten Böden allein. Ich habe die bewässerten Kulturen in den Vordergrund gestellt, weil sie eine durch die Bewässerung bedingte mehrmalige Kultivierung des Bodens im Verlaufe eines Jahres erlauben und somit die dichteste Ansetzung von Kolonisten ermöglichen. Aber die intensive Kolonisation — ich bin mir bewußt, daß ich hier einen neuen Begriff präge, denn es besteht eine intensive Landwirtschaft, die aber uns in die Möglichkeit versetzen kann, eine intensive Kolonisation zu betreiben — kann auch auf Böden ohne Bewässerung betrieben werden, und zwar im Ackerbau und in Pflanzungen. Auch unbewässerte Böden müssen in Parzellen von viel kleinerer Ausdehnung den neuen Ansiedlern geboten werden, als es bislang der Fall war. Es sind technische Möglichkeiten vorhanden, auch den sogenannten trockenen Boden, d. h. in Palästina den Boden, der ausschließlich auf den natürlichen Regen angewiesen bleibt, in viel intensiverer Weise anzubauen. Und dies ist wiederum nur möglich, wenn dem Kolonisten eine kleinere Fläche überlassen wird, die er allein ohne fremde Hilfe bearbeiten kann. Ich habe an anderer Stelle über die Ackerbeetkultur gesprochen, die in China seit Tausenden von Jahren mit Erfolg betrieben wird. Es ist dies eine Methode des Ackerbaues, die die Getreidepflanzen auf Beeten gewissermaßen als Gemüse zieht. Die Erträge sind um vieles größer als bei der üblichen extensiven Art des Getreidebaus. Der Landwirt, der von einer kleinen Fläche einen Ertrag haben kann, den er sonst von einer um Mehrfaches größeren Parzelle hat erzielen müssen, isr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.