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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 346

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 346 (sequence 356)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Kolonisation Spaniens darstellen, beschloß ich noch vor Valencia nach Xeres zu gehen, um diese Kolonie an Ort und Stelle zu sehen. Was ich in Monte Algaida, das ist der Name der Kolonie, sah, übertraf meine Erwartungen. Es handelte sich nicht um die Bewässerung von Melonen mit Meerwasser, sondern um eine Kleinsiedlung! In der Nähe der kleinen Stadt Sanlucar de Barrameda fand ich auf reinem Dünensand eine Kolonie von 200 Familien errichtet, die 1913 ins Leben gerufen worden war auf Grund des spanischen Gesetzes über innere Kolonisation in Spanien vom Jahre 1907. Etwa 50 Kolonisten haben Parzellen von 2 ha Größe, auf denen sie Weinbau treiben — das ist der Teil, der trockene Kultur betreibt — und 150 sind im Besitz von je 1 ha des erwähnten Dünensandes, in welchem eine Vertiefung von 1—VA m gemacht wurde, auf deren Grund die angebauten Pflanzen mittels ihrer Wurzeln das Grundwasser erreichen können. Das sind die sogen. Navazos, die seit alten Zeiten in der Nähe von Sanlucar am Meeresstrand bekannt waren und die den spanischen Botschafter in London zur Aeußerung berechtigten, daß auf Meeressand mittels Meerwasser Melonen gezogen wrerden. In der Tat handelt es sich hier vielmehr um Regenwasser , das durch den Sand durchsickert und sich in den tieferen Schichten ansammelt. Wird eine genügend tiefe Aushöhlung in der Düne gemacht, so können die auf der Sohle der Aushöhlung — des Navazo — angebauten Kulturen durch ihre Wurzeln Wasser aus der Tiefe holen. Es ist somit gewissermaßen eine unterirdische Bewässerung. Von dem 1 ha Land gehen etwa 0,3 ha auf die Bildung der schrägen Wände des Navazo. Der Sand ist so beweglich — stellen Sie sich doch ganz weißem Dünensand vor, — daß die Wände dieser Pfanne sehr schräg sein müssen. Es verbleiben für die intensive Kultivierung durch die Kolonisten etwa 0,7 ha. Auf dieser Fläche bauen die Kolonisten Kartoffeln, Melonen, Wassermelonen, Gurken und alle anderen Gemüsearten an. Der Ertrag einer solchen Parzelle ist durchschnittlich 3800 Peseten oder Goldfranken. Dies auf Boden, der fast steril ist — 96% Silicium — und der nur dank der südspanischen Sonne und dem Grundwasser unter Zuhilfenahme von Dünger — Stalldünger und Kompost —- zu einer so beträchtlichen Produktion gebracht wird. Ich fand in Monte Algaida gewissermaßen den Prototyp meiner Kolonie. Jedes Haus stand auf seiner Parzelle. Es war die Art der Einrichtung, wie ich sie in meiner Schrift empfehle. Und das Interessanteste ist dabei, daß das spani- :che Kolonisationsgesetz die Errichtung des Wohnhauses auf der Parzelle vorschreibt. Ebenso macht es zur Bedingung für die Gründung von Kolonien, daß ihre Einwohner eine Genossenschaft, eine Kooperative, bilden im weitesten Umfange. Die Kooperative erhält die nötigen Kredite für die kommunalen und industriellen Betriebe der Kolonie, die alle in zentraler Lage in zweckmäßiger Anordnung errichtet werden. Ich fand dort 3 Weinkeltern mit dem nötigen 346

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