Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 355)
- Language
- German, English, Hebrew
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dem auf diesem Gebiete in Amerika sehr bekannten Prof. Elwood Mead in Oakland, dessen Mitarbeit wir für Palästina sichern werden, wo intensive Kultur auf kleinsten Flächen getrieben wird. Gibt es denn solche Kolonien, wie ich sie vorschlage — und ich bin so unbescheiden anzunehmen, daß der größere Teil der Kongreßteilnehmer meine Vorschläge aus meinen kleinen Schriften kennt — anderswo, höre ich mich fragen? Ganz genau das Gleiche gibt es nicht und kann es schwerlich geben. Die intensivste Landwirtschaft kennen Sie schon in vielen Ländern Europas: in den Gemüse- und Obstzüchtereien Hollands, Belgiens, Frankreichs, Englands, zum Teile Deutschlands. In diesen europäischen Ländern der landwirtschaftlichen Hochkultur sind es nur einzelne Bezirke, größtenteils in der Nähe großer Städte, die aber nicht allein für den Verbrauch dieser Städte produzieren, sondern vorwiegend für den Export. So ziehen die Pariser Gemüsezüchter ihre schönen Gemüse hauptsächlich für den Londoner Markt. Es gibt aber Länder im Fernen Osten, deren ganze Landwirtschaft auf Millionen von Hektaren nur in der von mir für Palästina empfohlenen intensiven Weise getrieben wird. Das sind China und Japan. Ich habe mich auf meiner letzten Reise überzeugen können, wie kunstvoll die Landwirtschaft auf kleinsten Flächen in diesen Ländern getrieben wird. Es ist Ihnen allen bekannt, daß diese Länder des Ostens die dichteste Bevölkerung auf dem Erdboden einzig und allein durch ihre intensive Landwirtschaft ernähren, die so hoch steht, daß die Westler sie noch lange nicht erreichen werden. Nicht allein wegen ihrer weisen Gesetzgebung, die den Großgrundbesitz, die Grundlage des Extensivismus, unmöglich macht, sondern auch wegen der Intelligenz, mit der sie ihren Boden bearbeiten, vielmehr pflegen. Was ich aber in Spanien gesehen habe, könnte vielleicht als Prototyp der von mir empfohlenen Kolonisation bezeichnet werden. Ich ging nach der letztjährigen Londoner Jahreskonferenz nach Spanien, um die bewässerten Kulturen Valencias zu sehen. Als ich in London den spanischen Botschafter, Senor Alfonso Merry del Val, dessen Freundlichkeit ich eine Anzahl wertvoller Einführungsschreiben zu verdanken habe, über die Gebiete befragte, die vom Standpunkte der intensiven Landwirtschaft besonders sehenswürdig seien, nannte er mir Sanlucar de Barrameda in der Nähe von Xeres de la Frontera, wo man schöne Melonen auf Sanddünen mit Hilfe von Meerwasser zöge. Näheres wußte hierüber der Botschafter nicht. Mich interessierte die Sache ungemein: Sanddünen und Meerwasser haben wir in Palästina mehr als nötig. Als ich dann in Madrid im Ministerium des Auswärtigen erfuhr, daß es in der Nähe von Sanlucar de Barrameda eine Kolonie gibt, die auf der Kultivierung kleiner Parzellen sandigen, sehr sandigen, wie ich mich später überzeugen konnte, Bodens basiert, und daß diese Kolonie eine von mehreren ist, die das Resultat der seit nur 10 Jahren inaugurierten inneren 345