Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 354)
- Language
- German, English, Hebrew
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liehe Wärme- und Lichtquellen in einem für die Landwirtschaft nötigen Umfange zu ersetzen, ist bisher unmöglich. Wir haben ein kleines Land. Auch diese Tatsache hat man im Verlauf unserer bisherigen Kolonisation übersehen. Aber unser Land ist nicht nur klein, sondern es ist zum größten Teil im Besitze anderer. Ist dies allein nicht Grund genug, nur an die intensivste Ausnutzung des Bodens zu denken? Würde Palästina in dem Gebiete der nördlichen Tundren liegen, wo die Sonne größtenteils fehlt, die Verbindungswege und alle wirtschaftlichen Voraussetzungen primitiv sind, oder hätten wir ungeheure Flächen vor uns ebenfalls mit unentwickelten wirtschaftlichen Verhältnissen, wie z. B. im russischen Osten oder in Argentinien, so hätten wir uns erlauben dürfen, den Ansiedlern extensive Wirtschaft auf großen Flächen zu empfehlen. Aber wir haben zum Glück ein Land vor uns, das im Mittelmeer liegt, mit einem wunderbaren Klima bedacht ist, dessen stets lachende Sonne Mensch, Tier und Pflanze, besonders die letztere, die nur auf Sonnenwärme angewiesen ist, zur größten Produktivität anspornt. Deshalb ist die Kleinheit Palästinas und der Umstand, daß es zu einem großen Teile schon im Besitz Anderer ist, kein Hindernis zu einem Verpflanzen von Millionen neuer Ansiedler in Stadt und Land. Seine Kleinheit wird kompensiert durch sein gesegnetes Klima. Nur müssen die richtigen Methoden gewählt werden. Diese Methoden müssen basieren auf der Verwendung der größtmöglichen intelligenten und gelernten Arbeit auf der kleinstmöglichen Fläche. Das ist der Intensivismus, dem gegenwärtig auch andere Völker in klimatisch weniger bevorzugten Ländern nachstreben. Der Intensivismus in der Landwirtschaft ist die modernste und fortschrittlichste Bewegung bei den Völkern Europas und Amerikas. Ja, auch Amerikas! Die Vereinigten Staaten, die Raum genug haben, um neben den 100 Millionen Menschen, die sie bewohnen, noch weitere 100 Millionen auf Flächen von der bisherigen Ausdehnung anzusiedeln, gehen jetzt zur Kolonisation auf kleinen Flächen über. Als ich Anfang dieses Jahres mit dem neuen Commissioner General for Immigration in Washington sprach, sagte er mir, daß von nun ab den neuen Kolonisten nur ein Viertel des bisherigen Ausmaßes an Land gegeben werden soll, statt 160 acres nur 40 für Feldbau. Dies in dem unermeßlich großen Nordamerika mit seinem um vieles weniger günstigen Klima als das Palästinas. Daneben werden aber Ansätze des intensivsten Anbaues in vielen Gegenden Nordamerikas gemacht, wobei die Betriebsform der Truck farms, der Gemüsezüchtereien, erwähnt sein möge. Eine Farm Cities Corporation sucht die Gartenstadtbewegung auch in den Vereinigten Staaten populär zu machen. Und in Californien gibt es die Durham Colony und Delhi Estate, organisiert und geleitet von 344