Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 352)
- Language
- German, English, Hebrew
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Die zweite Versammlung der Interessenten für die Industriealisierung Palästinas findet morgen abend um 3^9 Uhr im Restaurant Glattauer statt. Die polnische Landsmannschaft versammelt sich morgen um 3^10 Uhr im Zimmer 52. Alle jene, die sich für die Waisen nach den ukrainischen Pogromen interessieren, werden gebeten, um 4 Uhr nachmittags im Bayrischen Hof zu erscheinen. Die Budgetkommission tagt um 11 Uhr, Zimmer 14. Die Hitachduth versammelt sich morgen um 3^12 Uhr im Zimmer 81. Vizepräsident Lipsky: Zur Berichterstattung über Kolonisationsfragen erteile ich das Wort Herrn Dr. S o s k i n. Berichterstatter Dr. S. E. Soskin (deutsch): Geehrter Kongreß! Die Ereignisse des letzten Jahres, die allen in frischer Erinnerung sind, haben uns in noch viel höherem Maße von der Unzulänglichkeit unserer bisherigen Kolonisationsmethoden überzeugen müssen, als ihr ökonomischer Mißerfolg. Ich meine den nationalen Kampf mit den Arabern, die behaupten, wir möchten ihnen das Land nehmen und sie letzten Endes aus Palästina verdrängen. Dieser negative Beweis für die Falschheit eines Kolonisationssystems, das sich auf Extensivität des Betriebes aufbaut, hätte eigentlich nicht von vornherein als Argument für die Notwendigkeit neuer Wege angeführt zu werden brauchen. Es ist eigentlich kein Beweis, sondern vielmehr die Schlußfolgerung aus einer Anzahl von Tatsachen. Diese Schlußfolgerung steht aber gegenwärtig im Vordergrunde des politischen Interesses. Deswegen stelle ich sie voran. Wir müssen unsere Nachbarn in Palästina überzeugen, daß wir es nicht notwendig haben und daß es nicht unsere Absicht ist, sie zu verdrängen, daß es Raum genug gibt in unserem Lande für ein friedliches Zusammenarbeiten beider Nationen. Das, was ich als vorwiegendes System für unsere Kolonisation in Palästina aufstelle, ist I n t e n s i v i s m u s. Das will sagen, daß der unvermehrbare Faktor, das Substrat, die Unterlage, auf der die landwirtschaftliche Produktion, d. i. die Erzeugung von Nahrungsmitteln vor sich geht, der Boden in der intensivsten Weise ausgenützt werden muß. Ich fordere, daß mit ihm die größte Sparsamkeit getrieben wird. Die Intensivität der Landwirtschaft und somit auch der Kolonisation ist in nur wenigen Ländern so leicht durchführbar wie in Palästina. Hier ist die Stärke der Sonner str en das kostbarste Element für das organische Leben. Und wir ben bislang nicht allein Land, sondern auch Sonne in Palästina verludet. Der Fehler der bisherigen Methoden ist die Unterschäizuiig dieses wichtigen Elementes. Nur wenige Länder genießen den Vorzag einer intensiven Sonne während des größten Teiles des Jahres und die 342