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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 338

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 338 (sequence 348)
Language
German, English, Hebrew
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sogar meistens von einem Menschen, der zwischendurch geht, noch überragt. Wenn wir aber nur noch ein Jahr warten, werden wir schon wirkliche Baumpflanzungen sehen und nach einer Reihe von Jahren Wälder haben. Meine Damen und Herren! Wir dürfen die Baumspende nicht allein von dem engen Gesichtspunkte aus betrachten, daß jeder Spende genau ein Baum entspricht. Gerade diese Baumpflanzungen haben im Vorjahre sehr bedeutend dazu beigetragen, den neu hinzukommenden Leuten Arbeit zu verschaffen, und es gibt keine andere Arbeit, von der ein so großer Teil des hineingesteckten Geldes direkt den Arbeitern zufällt. Es ist berechnet worden, daß 85% der Kosten tatsächlich den Arbeitern zugekommen sind, also ein Prozentsatz, wie er bei irgend einer anderen kolonisatorischen Arbeit nicht entfernt erreicht wird. Und dazu kommt noch, daß gerade die Baumspende, die Pflanzung von Bäumen, für das Land von enormer Wichtigkeit ist. Seit alter Zeit heißt es ja, Palästina ist ein baumloses, schattenloses, wasserarmes Land und Sie erinnern sich vielleicht, daß damals bei dem bekannten Besuche des früheren deutschen Kaisers sein Urteil über Palästina sehr günstig lautete, aber er sagte: Es ist ein Land, dem Schatten und Wasser fehlt. Nun, Wasser fehlt dem Lande nicht; es hat Regen genug, nur geht der Regen in die Erde hinein und wir wünschen auch nicht, daß das Wasser in offenen Flüssen abfließt, noch weniger, daß es sich zu stehenden Gewässern staut. Unsere ganze Sanierungsarbeit geht ja darauf hinaus, daß oberflächlich kein Wasser vorhanden sein darf, aber es muß in der Tiefe erhalten werden, und zwar muß es sich nicht weit unter der Oberfläche befinden. Das ist die große Frage der gesamten Kolonisation und hierzu trägt die Bepflanzung mit Bäumen, namentlich im Gebirge, in außerordentlichem Maße bei. Der bekannte Städtebauer Patrick Geddes hat eine sehr schöne Skizze entworfen, in der er darstellt, wie durch die Abholzung allmählich das ganze Land kahl geworden ist und wie man durch Aufforstung wieder das Land in einen günstigen Zustand bringen kann. Das ist die Aufgabe der Aufforstung. Ich bin nicht der Ansicht, daß es die Aufgabe des N. F. allein ist, diese Frage zu lösen; sie ist für den N. F. viel zu groß, zumal ex, noch wichtigere Aufgaben hat. Was er aber tun kann, ist, auf den Gebieten, die er kauft, mit Hilfe der Baumspende Arbeit zu verrichten, d. h. einerseits die Sümpfe durch Pflanzung von Eukalypten auszutrocknen, andererseits die Hänge mit Bäumen zu bepflanzen, und drittens, die Dünen, die Palästina jetzt in großem Maße besitzt, aufzuforsten. Verehrte Versammlung! Ich glaubte, bevor ich nach Palästina reiste, daß die Aufforstung der Dünen eine Unmöglichkeit wäre. Ich kam sehr skeptisch hin und sah mir diese Aufforstung mit sehr kritischen Augen an. Aber nachdem wir einige Eukalypten, die % Jahre alt waren, ausgegraben hatten und nachdem ich gesehen 338

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