Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 345)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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versuche gewesen, die mit großen Schwierigkeiten zu rechnen hatten und die erst jetzt durch einen glücklichen Zufall zum Abschluß gekommen sind. Sie wissen durch de Liemes Bericht, daß diese Käufe nicht ungeteilten Beifall gefunden haben. Wir Direktoren vom N. F. sind mit Ausnahme des Herrn de Lieme einstimmig dafür gewesen, diese ohne unser Zutun bewirkten Käufe zu billigen, wenn wir auch natürlich nicht billigen konnten, daß wir nicht gefragt wurden. Indem wir diese Käufe bestätigten, haben wir mit Bewußtsein auch wieder unsere Statuten verletzt, denn wir durften so große Käufe ohne Generalversammlung nicht machen. Aber wir haben uns doch dazu entschlossen, weil wir gerade diese Käufe nicht nur für notwendig, sondern für unsere absolute Pflicht hielten. (Sehr richtig!) Denn diese Käufe waren die ersten großen Landerwerbungen, die der N. F. gemacht hat, und es ist sehr fraglich, ob wir in absehbarer Zeit wieder so große, so gut gelegene und politisch für uns so wichtige und absolut notwendige Käufe zu machen imstande sind. Es handelte sich um 41 160 D u n a m im Werte von 200 000 Pfund. Da die Zahlungen auf eine Reihe von Jahren sich erstrecken, sind wir sicher, daß wir in keine Schwierigkeiten kommen werden. Es ist erfreulich und für die Geschichte des N. F. wichtig, daß wir jetzt schon im Besitze der gesetzlichen Rechtstitel sind, während bisher alle Besitzungen des N. F. auf Leihnamen eingetragen werden mußten. Da wir jetzt eine anerkannte Gesellschaft in Palästina sind, können wir allen Boden direkt auf den Nationalfond selbst übertragen lassen. Außerdem hat der N. F. noch einige andere Besitzungen erworben und hat seit Mitte 1920 seinen Besitz von 21 208 Dunam auf 69 304 Dunam erhöht, also in einem Jahre auf mehr als das Dreifache. (Lebhafter Beifall.) Er hat auch beschlossen, noch weitere kleine Käufe zu machen, es sollen noch 3000 Dunam, die für die Tschlenowkolonie bestimmt werden, in der Nähe von Haifa gekauft werden. Außerdem ist bemerkenswert, daß zum ersten Mal 42 Dunam von einem Juden gekauft wurden und zwar als Ergänzung für die Jemeniten-Siedlung in Rechowoth. Es war in Palästina das Gerücht verbreitet, daß der N. F. nicht bei Juden kaufen dürfe. Ein derartiges Verbot steht im Statut nicht und das Direktorium des N. F. hat nie einen solchen Beschluß gefaßt. Dieser Kauf ist ein Beweis dafür, und er hat in Palästina beruhigend gewirkt, da schon von vielen Seiten Proteste gekommen sind gegen die Theorie, daß wir nicht bei Juden kaufen dürfen. Maßgebend für die Käufe des N. F. ist für uns nur das auf der Londoner Konferenz angenommene Prinzip der zionistischen Bodenpolitik, den Boden, auf dem die jüdische Kolonisation erfolgt, soweit möglich in das Gemeineigentum des jüdischen Volkes überzuführen. Die Exekutive wird aufgefordert, heißt es da, alles aufzubieten, um 335