Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 330)
- Language
- German, English, Hebrew
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sation muß dabei in Stadt und Land, besonders in der Stadt auf den privaten Unternehmer und auf gewisse private Kapitalien rechnen. Ueber die bisherige Einwanderung nach Palästina und unsere Forderungen in der Zukunft wird Ihnen Herr Dr. Eder ein spezielles Referat halten. Ich kann mich deshalb hier auf wenige Bemerkungen beschränken. Sie wissen, welche Aufregung das zeitweilige Verbot der Einwanderung nach Palästina hervorgerufen hat. Das Verbot wurde damit motiviert, daß für neue mittellose Arbeiter in Palästina keine Arbeitsmöglichkeiten vorhanden seien. Wir haben dasselbe Interesse daran wie die palästinensische Regierung, daß die Straßen Palästinas sich nicht mit Arbeitslosen füllen, die nach Arbeit und Brot schreien. Aber das kann nicht in der Weise geschehen, daß man verlangt, für jeden Einwanderer müsse vorher eine Arbeitsstelle geschaffen werden. Erstens kann eine in Palästina sich bietende Arbeitsgelegenheit meist nicht monatelang offen gehalten werden, bis die von Europa dafür angeforderten Einwanderer, die doch nicht dauernd im Auswanderungshafen bereit stehen können, nach Palästina kommen. —• Zweitens gibt es eine große Zahl von Einwanderern, z. B. Kaufleute, Handwerker, Angehörige freier Berufe, die sich durch eigene Tätigkeit und Tüchtigkeit in Palästina eine Existenz schaffen können, sobald sie einmal an Ort und Stelle sind. — Drittens ist es sogar bei ungelernten Arbeitern sehr häufig der Fall, daß erst durch ihre Anwesenheit in Palästina selbst Arbeiten unternommen werden, die sonst unterbleiben würden. Es ist deshalb durchaus normal und sogar notwendig, daß in Palästina ein Reservoir von Arbeitern vorhanden ist, die nach Arbeit drängen. Allerdings darf dieses Reservoir nicht überlaufen, sondern muß in einer gewissen Proportion zu den voraussichtlichen Arbeitsgelegenheiten stehen. Was wir ferner in Bezug auf die Einwanderung verlangen müssen, ist, daß die Auswahl der Einwanderer innerhalb der durch die Arbeitsmöglichkeiten geschaffenen Grenzen der Zionistischen Organisation überlassen bleibt, weil nur diese den nötigen engen Kontakt mit der Auswanderung hat, welcher die richtige Auswahl gewährleistet. Man kann nicht über wirtschaftliche Arbeit in Palästina sprechen, ohne auch darauf einzugehen, durch welche Organe und Institute diese Arbeit getan werden soll. Bisher hatten wir in Palästina die A. P. C. für kommerzielle Kredite mit besonderer Verwaltung und die P. L. D. C. und den J. N. F. für Bodenkauf, die durch Personalunion mit der zionistischen Kommission verbunden waren. Alle übrige Tätigkeit wurde durch die Zionist Commission getan, darunter nicht nur das Schulwesen, die Fürsorge für die Einwanderer, sondern auch Transaktionen rein geschäftlichen Charakters, wie die Gewährung von Darlehen, der Ankauf von Zelten, Arbeitsgeräten usw. Die 320