Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 316

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 316 (sequence 326)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4616-3480760
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

lande eingeführten Waren schützt. Wir hoffen, daß die palästinensische Verwaltung das jetzige Zollsystem in diesem Sinne durch einen spezifischen Zolltarif mit bestimmtem Zollsatz für jede einzelne Ware ersetzen wird. Dieser Tarif muß alle paar Jahre nach den Bedürfnissen und der industriellen Entwicklung des Landes von neuem revidiert werden und es müssen dabei die Rücksichten auf die Entwicklung der Industrien mit den Rücksichten auf die Konsumenten, denen die notwendigen Industrieprodukte nicht zu sehr verteuert werden dürfen, in Einklang gebracht werden. Zurzeit haben in Palästina diejenigen Industrien verhältnismäßig die besten Aussichten: a) welche Rohstoffe verarbeiten, die in Palästina selbst reichlich und billig vorhanden sind, b) welche solche Waren produzieren, für die in Palästina selbst genug Absatz vorhanden ist, c) welche Arbeitsbedingungen aufweisen, an welche der jüdische Arbeiter bereits gewöhnt ist oder sich leicht gewöhnen kann. Zu den Industrien dieser Art rechne ich alle diejenigen Industrien, welche landwirtschaftliche Produkte verarbeiten, z. B. Mühlen, Konservenindustrien, Oelfabriken, Gerbereien, Zuckerfabriken, Alkoholfabriken, Zigarettenfabriken; ferner die Industrien, welche Baumaterialien produzieren; weiterhin als Industrien, in welchen die Juden sich bereits in Europa eingelebt haben, die Textilindustrie, die Bekleidungsindustrie, die Bau- und Möbeltischlerei, die Uhrenindustrie. Ich beabsichtige hier nicht eine vollständige Liste aller denkbaren Industrien zu geben; hier muß noch vieles dem Spürsinn des privaten Unternehmers überlassen bleiben. Manche Ansätze für die industrielle Entwicklung sind ja gerade in letzter Zeit gemacht worden. Ich nenne hier mit besonderer Befriedigung die Tätigkeit unseres Freundes Boris Goldberg, der zusammen mit unserem alten Freunde Kremenezky eine Silikatziegelfabrik in Jaffa baut und mit der Errichtung einer Zementfabrik in Haifa beschäftigt ist. Ich freue mich weiter, auf Grund der Mitteilung, die ich in der letzten Zeit von Herrn Paenson erhielt, authentisch feststellen zu können, daß die von Herrn Paenson und von Herrn Wilbuschewitsch geplante Oelfabrik in Haifa jetzt definitiv gesichert ist und mit dem Bau der Fabrik sofort begonnen werden wird. Ich höre ferner, daß der größte Freund und Förderer Palästinas, Baron Edmond von Rothschild, die Errichtung einer großen Mahlmühle und einer Fabrik zur Herstellung ätherischer Oele beabsichtigt. Schließlich erwähne ich ernsthafte Vorarbeiten für die Errichtung einer Dachziegelfabrik, einer Gerberei, einer Spiritusfabrik, einer Zigarettenfabrik, einer Uhrenindustrie, Vorarbeiten für die Gewinnung von Salz am Meeresstrande, für die Exploitierung des Toten Meeres. Auch die Errichtung einer Rohrzuckerfabrik, die für die landwirtschaftliche Kolonisation von umwälzender Bedeutung werden kann, ist in letzter Zeit Gegenstand ernsthafter Diskussion geworden. Viele von den eben genannten 316

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.