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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 315

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 315 (sequence 325)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4615-3480759
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Vergleich mit den exorbitanten Mieten* welche jetzt in Palästina gezahlt werden, ist eine jährliche Zahlung von 19 Pfd. St. für eine Zwei-Zimmerwohnung mit Zubehör außerordentlich gering. Der jetzige Mietpreis ist oft das drei- und vierfache dieses Betrages. Die eben erwähnte Methode betrachten wir als die normale Methode, wie die einwandernden Juden, sobald sie nur kleine Ersparnisse zu machen imstande sind, in den Besitz eines Hauses gelangen können. Für die ersten Jahre wird aber vielleicht noch eine besondere Ausnahmsmaßnahme nötig sein, weil die Wohnungsnot so brennend ist, daß es nicht genügt, wenn von 400 Leuten, die ein Haus brauchen, im ersten Jahre 100 ein solches bekommen. Es wird nötig sein, hier dasselbe zu tun, was zur Förderung des Bauwesens jetzt vielfach in Europa geschieht, daß die Beleihungsgrenze heraufgesetzt wird, daß aber für denjenigen Teil der Hypotheken, der die nach rein bankmäßigem Gesichtspunkt statthafte Grenze überschreitet, besondere Garantien geschaffen werden. In unserem Falle denke ich mir das so, daß die 400 Leute, sobald sie über 15 Prozent der Baukosten verfügen, nicht nur eine erste Hypothek von 60 Prozent, sondern auch eine zweite Hypothek von weiteren 25 Prozent der Baukosten von der Hypothekenbank geliehen erhalten. Diese zweite Hypothek muß aber bereits im Laufe von 3—4 Jahren zurückgezahlt werden und bis zu ihrer Rückzahlung muß der Keren Hajessod der Hypothekenbank gegenüber die Garantie für die Rückzahlung dieser zweiten Hypothek übernehmen. Diese Sicherheitsmaßregel ist notwendig, weil wir nur dann hoffen können, die Hypothekenpfandbriefe der Hypothekenbank in größerem Umfange abzusetzen, wenn die von der Hypothekenbank gewährten Kredite keinen Zweifel an ihrer Sicherheit zulassen. Ich möchte an dieser Stelle einschalten, daß es vielleicht möglich sein wird, mit einer Lebensversicherungsgesellschaft zu einer . Vereinbarung zu gelangen, daß sie gegen Abschluß einer Lebensversicherung dem Versicherten eine Hypothek zwecks Erbauung eines Hauses gewährt. Verhandlungen darüber sind im Gange. Ich möchte nicht, was ich hier in Andeutungen gesagt habe, im einzelnen noch weiter ausführen. Es ist im Grunde eine Wiederholung dessen, was sich in der europäischen Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahrzehnte überall gezeigt hat, daß die aufkommende Industrie in agrikolen Ländern die Konkurrenz mit den bereits hoch entwickelten industriellen Ländern nicht aushielt und sich erst unter dem Schutze hoher Eingangszölle langsam zu entwickeln vermochte. Es ist unsere Meinung, daß auch in Palästina die Industrien im allgemeinen, insbesondere diejenigen Industrien, welche Rohstoffe vom Auslande einführen, erst dann sich entwickeln können, wenn das jetzige Zollsystem durch ein anderes ersetzt ist, welches diejenigen Waren, welche in Palästina selbst erzeugt werden können, durch einen erheblichen Zollschutz gegen die Konkurrenz der vom Aus- 315

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